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Lieber Putzfrau als Versicherungsvertreter
von redaktion am 30.03.2010 17:12
Lieber Putzfrau als Versicherungsvertreter
Eine Umfrage zu Deutschlands unbeliebtesten Jobs

Hamburg7Berlin (rdp/ots) - Das Verkaufen von Versicherungen steht bei den Deutschen ganz oben auf der Liste der unbeliebtesten Jobs. Fast jeder zweite Bundesbürger (45 Prozent) kann sich unter keinen Umständen vorstellen, als Versicherungsvertreter zu arbeiten. Grund für das schlechte Abschneiden ist das geringe Ansehen der Policen-Vermittler: Nur drei Prozent der Bürger bringen diesem Beruf viel Achtung entgegen. Deutlich besser sieht es im übrigen Finanzgewerbe aus. Trotz Finanzkrise ist die Arbeit als Bankkaufmann nur für 15 Prozent der Deutschen ein gänzlich unattraktives Berufsfeld. Für weitere 30 Prozent der Bürger wäre eine politische Laufbahn völlig ausgeschlossen, 21 Prozent würden niemals als Reinigungskraft arbeiten. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Kommunikationsagentur Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern.
Die unvorteilhafte Wahrnehmung der Versicherungsvertreter färbt auch auf die eher wohlwollenden Befragten ab. So wird der Beruf selbst von jenen, die ihnen ergreifen würden, häufig mit Worten wie "Aufquatschen" (48 Prozent) oder "Klinkenputzen" (43 Prozent) in Verbindung gebracht. Zudem stört 42 Prozent der existenzielle Erfolgsdruck, der dem Beruf anhaftet. Besonders schlimm: Rund drei Viertel der Befragten, die den Beruf des Versicherungsvertreters ablehnen, verwenden den Begriff "Übers Ohr hauen" in ihrer Beschreibung. Selbst unter den Wohlwollenden tut dies jeder Dritte. Entsprechend ablehnend würden die Bundesbürger reagieren, wenn ihr Kind eine Ausbildung bei einem Versicherungskonzern beginnen möchte: 29 Prozent wären strikt dagegen, nur jeder Zehnte würde seinem Kind ausdrücklich dazu raten.
Übersicht: Berufe, die die Deutschen auf keinen Fall ausüben wollen
1. Versicherungsvertreter (45 Prozent) 2. Politiker (30 Prozent) 3. Fernfahrer (29 Prozent) 4. Straßenkehrer (23 Prozent) 5. Landwirt (22 Prozent) 6. Grundschullehrer (22 Prozent) 7. Reinigungskraft (21 Prozent) 8. Bankkaufmann (15 Prozent) 9. Arzt (13 Prozent) 10. Journalist (12 Prozent)
Unterschrift: Der Versicherungsvertreter führt die Hit-Liste der unbeliebtesten Berufe klar an.
Medwedew und Putin sprechen von Krieg gegen Terroristen
von redaktion am 30.03.2010 16:55
Westdeutsche Zeitung: Medwedew und Putin sprechen von Krieg gegen
Terroristen
Von Wolfgang Radau
Düsseldorf/Berlin (rdp/ots) - Perfider geht's kaum: An zwei Umsteigestationen
der Moskauer Metro, die frühmorgens Millionen Menschen zur Arbeit
bringt, zündeten Terroristen gestern zwei verheerende Sprengsätze.
Beide am Körper von scheinbar harmlosen Frauen verborgen. Beide zur
Explosion gebracht mit einem Allerwelts-Handy. Die Ermittler glauben,
die Handschrift zu kennen: tschetschenische Terroristen.
Dass im Nordkaukasus ein blutiger Unabhängigkeitskrieg geführt wird,
obwohl offiziell russische Truppen vor einem Jahr Tschetschenien
verlassen haben, gehört zu den Nachrichten, die in der Regel nicht
bis zu den gewöhnlichen Russen durchdringen. Auch nicht, dass
weiterhin russische "Sicherheitskräfte" vor Ort agieren und jüngst
Dutzende von islamistischen Extremisten getötet haben. Und schon gar
nicht, dass daraufhin die Separatisten vom Kaukasus geschworen haben,
ihren Krieg ins Herz Russlands zu tragen. Vermutlich nicht von
ungefähr wählten die Drahtzieher der Anschläge vom Montag die
Metro-Station Lubjanka als ein Ziel ihres Attentats. Im
Lubjanka-Gebäude, der früheren Zentrale des sowjetischen
Unterdrückungsapparates KGB, hat heute der Geheimdienst FSB seinen
Sitz, der den russischen Kampf im Kaukasus steuert.
Die Menschen in der Zehn-Millionen-Metropole waren gestern zunächst
verunsichert. Der Schock vom folgenschweren Anschlag auf den
Newski-Express Moskau-St.Petersburg im vergangenen November sitzt
noch tief. Am Mittag sprach dann Russlands Führung starke Worte.
Präsident Medwedew kündigte an, die Streitkräfte würden "ohne Zögern
und bis zum Ende den Krieg gegen den Terror führen". Premier Putin
versprach, die Terroristen würden "ausgelöscht".
Kein falsches Mitleid mit menschenverachtenden Terroristen - aber was
da aus dem Kreml verlautet, lässt nichts Gutes ahnen. Mit einem
erneuten Einmarsch russischer Truppen lässt sich nicht heilen, was
den Menschen in den Kaukasusrepubliken jahrzehntelang an
Menschenrechtsverletzungen zugefügt worden ist. Krieg als Mittel der
Politik ist in unserer Zeit untauglich. Das sollte man inzwischen
auch in Russland so sehen. Immerhin hat der letzte
Tschetschenien-Krieg, der erst 2009 zu Ende gegangen ist, rund 13 000
junge russische Soldaten das Leben gekostet.
Schwarz-Gelb plant erneute Ausweitung der Stasi-Überprüfungen
von redaktion am 30.03.2010 16:45
Schwarz-Gelb plant erneute Ausweitung der Stasi-Überprüfungen
Berlin (rdp) - Die Bundestagsfraktionen von Union und FDP haben sich über eine Ausweitung der Stasi-Überprüfungen ab 2011 im öffentlichen Dienst verständigt. Das Stasiunterlagengesetz solle entsprechend novelliert werden, sagte der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Reiner Deutschmann, dem "Tagesspiegel". Bis 2006 gab es die so genannten Regelüberprüfungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Bund, Ländern und Gemeinden. Seit 2007 werden aber nur noch hochrangige Funktionsträger auf frühere Stasi-Mitarbeit geprüft. Wenn diese bis 2011 befristete Regelung im Stasiunterlagengesetz ausläuft, sollen wieder Stasi-Checks bis zur mittleren Leitungsebene möglich sein. Die Enthüllungen der jüngsten Zeit hätten die Notwendigkeit deutlich gemacht, so Deutschmann.
dts Nachrichtenagentur
Italien: Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis siegt bei Regionalwahlen
von redaktion am 30.03.2010 16:17
Italien: Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis siegt bei Regionalwahlen
Berlusconi
Rom/Berlin (rdp). Bei den italienischen Regionalwahlen hat das Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Silvio Berlusconi besser abgeschnitten, als von vielen Beobachtern erwartet worden war. Trotz der vielen Affären und Skandale, die Berlusconis Regierungsarbeit immer wieder begleiten, konnte seine Koalition sogar vier Regionen von der linken Opposition übernehmen. Laut letzten Hochrechnungen italienischer Fernsehsender konnte das Bündnis des 73-jährigen Regierungschefs in den Regionen Kampanien und Kalabrien im Süden Italiens sowie im Latium und im Piemont die Führung übernehmen. Zudem behauptete Berlusconis "Volk der Freiheit" (PDL) zusammen mit Parteien wie der "Lega Nord" in den Regionen Venetien und Lombardei die Mehrheit. "Ich habe in das Spiel eingegriffen, und das ist mein Sieg", sagte Berlusconi nach dem Wahlerfolg. Rund 41 Millionen Italiener konnten am Sonntag und Montag über die Zusammensetzung der regionalen Parlamente in 13 von 20 Regionen abstim
men. Die
Wahlbeteiligung sank dabei mit 64 Prozent auf ein Rekordtief.
dts Nachrichtenagentur
Immer mehr Politiker fordern Werbeverbot für ARD und ZDF
von redaktion am 30.03.2010 12:45
Immer mehr Politiker fordern Werbeverbot für ARD und ZDF

Berlin/Mainz/München (rdp) - Immer mehr Politiker sprechen sich parteiübergreifend dafür aus, dass ARD und ZDF in ihren Programmen künftig komplett auf Werbung verzichten sollen. Der CDU-Medienexperte Wolfgang Börnsen sagte der "Bild-Zeitung" (Dienstagausgabe): "Bei der Diskussion um den Rundfunkstaatsvertrag muss ein Reklameverzicht vorbereitet werden." Der SPD-Medienexperte Marc-Jan Eumann sagte der Zeitung weiter: "Es kann nicht sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen weiter zusätzlich das Geld kassieren, das die privaten Anbieter dringend brauchen." Die stellvertretende Vorsitzende des EU-Parlaments, Silvana Koch-Mehrin, machte ebenfalls einen entsprechenden Vorstoß und verwies auf Spanien, das bereits ein Werbeverbot durchgesetzt hat. Koch-Mehrin sagte der "Bild-Zeitung": "Wer Gebühren zahlt, kann auch werbefreies Fernsehen erwarten. Was in Spanien funktioniert, wird ja auch in Deutschland nicht zum Untergang von ARD und ZDF führen." In der vergangenen Woche
hatten Vertreter des Öffentlich Rechtlichen vor einem Werbeverbot gewarnt.
dts Nachrichtenagentur
Wirecard-Aktien brechen nach Anzeige ein
von redaktion am 30.03.2010 12:33
Wirecard-Aktien brechen nach Anzeige ein

München/Berlin (rdp/ddp). Die Aktien des Zahlungsverkehrsabwickler Wirecard sind am Dienstagmorgen eingebrochen. Bis 10.25 Uhr verloren sie 20 Prozent auf 5,98 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich schon mehr als 30 Prozent eingebüßt hatten. Grund ist Händlern zufolge der Bericht des Internetportals «GoMoPa.net», dem zufolge der Staatsanwaltschaft München eine Anzeige gegen die Wirecard Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche vorliegt.
Eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde bestätigte am Dienstag auf Anfrage der ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten lediglich den Eingang einer Anzeige, wollte sich zu den genauen Vorwürfen aber nicht äußern. Derzeit liefen die Vorprüfungen. Es gebe noch kein Verfahren, sagte sie. Eine Sprecherin von Wirecard wies die gegen das im TecDAX notierte Unternehmen vorgebrachten Vorwürfe als «absolut haltlos» zurück.
Das Unternehmen unterstützt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 10 000 Händler aus unterschiedlichen Branchen bei der Automatisierung ihrer Zahlungsprozesse. Insgesamt beschäftigt Wirecard rund 400 Mitarbeiter.
Die Spirale
von redaktion am 30.03.2010 09:23
Presseschau vom 30.03.2010

Die Angst vor dem Terror ist nach Moskau zurückgekehrt. Foto faz.net/reuters
Die Spirale
Die Verantwortlichen für die grausamen Anschläge in Moskaus U-Bahnschächten waren schnell ausgemacht: Kaukasich-islamistische Terroristen. Die Ermittler erkennen dort wohl die nachvollziehbarsten Motive.

fr-online.de
Der Terror kehrt zurück
Das offizielle Moskau ist sich schnell einig über Täter und Motive. Wie 2004, als ein Selbstmordattentäter einen fahrenden U-Bahn-Wagen in die Luft jagte und 41 Menschen umkamen. "Wenn man unseren Vorschlag akzeptiert hätte, alle Bewohner des Nordkaukasus zu zwingen, ihre Fingerabdrücke abzugeben", sagt ein Sprecher des Ermittlungskomitees der Generalstaatsanwaltschaft, "dann hätten wir die Identität der Selbstmörderinnen in einer halben Stunde ermittelt". …

faz.net
Die Rückkehr des Krieges nach Moskau
… Noch bevor die Ermittler erste Vermutungen preisgaben, wurde im Rundfunk sofort davon gesprochen, dass die Auftraggeber der Anschläge sicherlich im Nordkaukasus zu suchen seien. Irgendwann habe das ja so kommen müssen, denn Russland führe Krieg gegen den bewaffneten Untergrund im Nordkaukasus. …

spiegel.de
Russland macht Jagd auf die Terrorhelfer
… Unterdessen schloss Russlands Außenminister Sergej Lawrow auch eine Beteiligung des Terrornetzwerks al-Qaida nicht aus. Lawrow brachte eine Verbindung der Täter zu islamistischen Terroristen aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ins Spiel. Dort würden mehrere Anschläge geplant, die dann nicht nur in Afghanistan sondern auch in anderen Ländern ausgeführt würden, sagte der russische Außenminister nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. "Manchmal reichen diese Planungen bis in den russischen Kaukasus." …

taz.de
Panik im Untergrund
… Es ist davon auszugehen, dass die Spur der Terroranschläge in den Kaukasus führt, vermutet ein Experte aus einer der russischen Machtinstitutionen. Das sei auch die Version, die derzeit als wahrscheinlichste angesehen werde, so die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Explosionen könnten, so der Experte weiter, Racheakte von Terrroristen für Operationen von russischen Sicherheitskräften im Nordkaukasus sein. Bei derartigen Operationen waren Anführer der Terroristen getötet worden. Und in Inguschetien sei sogar eine ganze Gruppe des terroristischen Untergrunds vernichtet worden. ...
Medien, Macht und Macho
von redaktion am 29.03.2010 18:47
Medien, Macht und Macho
ZDF-Italien-Korrespondentin hinterfragt das System Berlusconi

Der "Cavaliere"
Mainz/Berlin (rdp/ots) - Was fasziniert die Italiener an ihrem "Cavaliere" - während das Ausland über seine Fehltritte oft den Kopf schüttelt? Wie konnte es der erfolgreiche Unternehmer Berlusconi schaffen, fast uneingeschränkt in Italien zu herrschen? In der Dokumentation "Medien, Macht und Macho", die das ZDF am Mittwoch, 31. März 2010, um 0.35 Uhr zeigt, hinterfragt Italien-Korrrespondentin Antje Pieper das "System Berlusconi".
"Ich bin ganz ehrlich davon überzeugt, dass ich bei weitem der beste Ministerpräsident bin, den Italien im Laufe seiner 150-jährigen Geschichte gehabt hat", so die öffentliche Selbsteinschätzung im September 2009. Von Rücktrittsgedanken keine Spur, nach Wochen und Monaten, in denen er international vor allem durch Skandale Schlagzeilen gemacht hatte. Doch in Italien hat ihm das kaum geschadet. Seine Regierungskoalition verfügt über eine breite Mehrheit im Parlament, Berlusconi steht unangefochten an der Spitze seiner Partei. Exemplarisch ist das Geschehen um das Erdbeben von l'Aquila im April 2009. Silvio Berlusconi hat die Ausnahmesituation genutzt. Der Einsatz der freiwilligen Helfer und das schnelle Eingreifen des Zivilschutzes wurden zu seinem ganz persönlichen Erfolg. Kritische Nachfragen hingegen, wie es zu den katastrophalen Folgen des Erdbebens kommen konnte, werden zur Nebensache erklärt.
Seine Macht nutzt der Ministerpräsident auch, um sich vor Prozessen zu schützen. Mit einem der ersten Gesetze seiner Amtszeit sicherte das Parlament ihm Immunität zu. Nachdem das Oberste Gericht dies für nicht verfassungsgemäß befand, versucht er es nun mit Gesetzen, die eine Höchstdauer von Verfahren vorsehen und die es dem Ministerpräsidenten ermöglichen, nicht vor Gericht zu erscheinen.
Während die Opposition von maßgeschneiderten Gesetzen für eine Person spricht, schimpft Silvio Berlusconi weiterhin über Richter und Staatsanwälte und sieht sich als Opfer einer linken Justiz und einer linken Presse. Dabei beherrscht er fast alle Privatsender und hat als Regierungschef auch erheblichen Einfluss auf das staatliche Fernsehen, die RAI. Die jetzige Opposition hat es während ihrer eigenen Regierungszeit versäumt, ein Gesetz gegen einen solch offenkundigen Interessenskonflikt zu verabschieden. Nach dem Sturz von Romano Prodi ist sie nun fast machtlos und zudem zerstritten.
Anschläge in Moskau: »Allah sei Ruhm!«, höhnt es aus dem Internet
von redaktion am 29.03.2010 18:31
Anschläge in Moskau: »Allah sei Ruhm!«, höhnt es aus dem Internet
Neues Deutschland: zu den Anschlägen in Moskau

Feuerwehr birgt zahlreiche Opfer aus der U-Bahnstation Ljubjanka
Berlin (rdp/ots) - Dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit zuletzt auf einem Moskauer Markt eine Bombe explodierte. Bewohner und Besucher der russischen Hauptstadt mögen sich längst wieder sicher gefühlt haben, auch in der Metro. Die wird von der Miliz überwacht, überall wurden Videokameras installiert, Streifen mit Spürhunden sind nicht selten. Russlands »Ordnungshüter« werden oft - und oft mit Recht - gescholten, doch vollkommene Sicherheit könnte auch die beste Polizei nicht garantieren: Die lückenlose Kontrolle von täglich neun Millionen U-Bahn-Benutzern ist schlicht unmöglich. So scheinen sich denn also wieder zwei Frauen - freiwillig oder gezwungen - in den unendlichen Menschenstrom gemischt zu haben, um möglichst viele mit sich in den Tod zu reißen. Und wieder führt die Spur in den nördlichen Kaukasus. Die unruhige Region ist trotz mancher Fortschritte beim Wiederaufbau nicht befriedet. 230 »Banditen« wurden dort nach Angaben des russischen Innenministeriums im vergangenen Jahr »vernichtet«, und dennoch nimmt die Zahl der separatistischen Untergrundkämpfer nicht ab. Für jeden Getöteten schwören dessen Mitkämpfer tödliche Rache. »Allah sei Ruhm!«, höhnt es aus dem Internet - menschenverachtender Beifall für den Moskauer Doppelanschlag. Es wird noch lange dauern, bis sich Moskau und seine Besucher tatsächlich vor solchem Terror sicher fühlen können.
Streit um Guantánamo-Häftlinge - Ein kleiner Beitrag
von redaktion am 29.03.2010 18:21
Streit um Guantánamo-Häftlinge - Ein kleiner Beitrag
von Dirk Hautkapp/WAZ
Essen/Berlin (rdp/ots) - Zu den Ländern, die der US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 am lautesten ihre "uneingeschränkte Solidarität" versicherten, gehört ohne Zweifel Deutschland. Rund zehn Jahre danach ist es an der Zeit, das Versprechen einzulösen. Was in Irland, Portugal, Frankreich, Belgien, Ungarn, Spanien und der Schweiz nach allem, was man weiß, bislang der nationalen Sicherheit keinen Abbruch getan hat, sollte auch hierzulande nicht mehr zum Risiko-Popanz aufgeblasen werden: Strafrechtlich nicht zu belangende, doppelt und dreifach gesinnungsgetestete Gefangene, die jahrelang zu Unrecht wegen Terrorverdachts im US-Lager Guantánamo unter erbärmlichsten Bedingungen gelitten haben, verdienen auch in Deutschland eine Chance. Wer so argumentiert, hat nicht die allzu oft schrille Posaune der Menschenrechte im Anschlag - sondern eine einfache humanitäre Abwägung. Indem die Regierung Merkel ihren kleinen Beitrag zur Schließung von Guantánamo leistet - es geht vorläufig um nicht mehr als drei Menschen -, hilft sie nicht nur US-Präsident Obama, der eben dies zum Ziel hat. Sie übernimmt auch Mitverantwortung für einen Makel, der nicht nur unter Muslimen der gesamten westlichen Welt angelastet wird.


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