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123people gewinnt Rechtsstreit um frei zugängliche Bilder im Internet

von redaktion am 20.07.2010 15:34




123people gewinnt Rechtsstreit um frei zugängliche Bilder im Internet

Deutscher Rechtsentscheid richtungweisend für die Branche



Wien/berlin (rdp/ots) - In keinem der zwölf Länder, in denen die Personensuchmaschine 123people aktiv ist, werden die Gerichte so gerne angerufen wie in Deutschland. Oftmals werden die Klagen von Personen eingereicht, die mit haltlosen Anschuldigungen im Bereich Persönlichkeitsrechte und Datenschutz um mediale Aufmerksamkeit buhlen, oder mit einer finanziellen Entschädigung spekulieren. Die Online-Personensuchmaschine 123people hat nun einen Rechtsstreit gewonnen, der richtungweisend für die ganze Internetbranche ist: Im Internet frei zugänglich gemachte Bilder dürfen von 123people veröffentlicht werden.

Das Hamburger Landgericht hat im Juni 2010 eine Klage abgewiesen, in der eine Klägerin das weltweit größte Personensuchservice 123people beschuldigte, ihr Foto unrechtmäßig auf www.123people.de anzuzeigen, da sie einer Veröffentlichung nicht zugestimmt hatte. Das Gericht hat nun in der Sache entschieden, dass 123people öffentlich im Internet verfügbare und für jedermann frei zugängliche Bilder zur Personensuche verwenden darf. "Hat der Abgebildete sein Foto nicht gegen den Zugriff von Personensuchmaschinen gesperrt und die Webseite für Suchmaschinen optimiert, ist von einer Einwilligung in die Veröffentlichung durch 123people.de auszugehen", argumentiert das Gericht. Der Entscheid ist ein großer Erfolg für viele Social Media Plattformen, Online-Dienste und Suchmaschinenservices und wird richtungweisend für ähnliche Rechtssprechungen in Europa sein.

Wichtiger Rechtsentscheid für die Internet-Branche

Russell E. Perry, CEO von 123people Internetservices GmbH, begrüßt die Entscheidung des Hamburger Landgerichts und sieht sich in seinem Geschäftsmodell bestätigt. Mit der Ambivalenz der deutschen User sieht er sich schon lange konfrontiert: "Seit 123people im Jahr 2008 in Deutschland an den Start ging, wird unser Service immer wieder von kleindenkenden und selbsternannten Datenschützern kritisiert. Oft geht es den klagenden Parteien mit schlechter Recherche und Laienwissen in diesem wichtigen und sensiblen Rechtsbereich dabei nur um Medienaufmerksamkeit oder einen finanziellen Vorteil für sich selbst." Interessanterweise nutzen aber fast 10 Millionen Unique Visitors das Service von www.123people.de in Deutschland und stellen somit fast ein Viertel aller User weltweit. Die Nachfrage nach Personensuche im Netz ist in Deutschland also enorm, im Vergleich dazu erscheinen die rund eine Hand voll gegen 123people gerichteten Klagen lächerlich klein.

Das "Deutsche-Paradoxon"

"Es ist ein bekanntes Phänomen, dass einerseits jeder seinen Namen in einem Artikel lesen und Teil einer Community sein will, wo er mit vollkommen Unbekannten Intima und kompromittierende Fotos austauscht. Aber andererseits erschrickt, wenn genau diese Informationen, die zuvor großzügig übers Netz verteilt wurden, von Suchmaschinen gefunden werden." In Fachkreisen ist dieses Phänomen auch bekannt als das "Deutsche-Paradoxon" (Jeff Jarvis auf der re:publica 2010, Berlin). Von Realitätsverweigerung hält Perry nichts, er ist vielmehr der Meinung, dass wir in naher Zukunft noch eine ganze Reihe von neuen Produkten und internetbasierten Anwendungen sehen werden, die unser Leben und unsere zwischenmenschliche Kommunikation grundlegend verändern werden: "Wollen wir Teil dieser unaufhaltsam wachsenden Kommunikationsgesellschaft sein, müssen wir auch unsere Verhaltensweisen anpassen. Man kann sich nicht in einer Höhle verstecken und gleichzeitig Teil dieser neuen interaktiven Gesellschaft sein. Es ist Zeit, die neue Realität zu erkennen und sie für sich zu nutzen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 15:36.

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Afghanistan: Keine Beteiligung am "Konzept der Vernetzten Sicherheit"

von redaktion am 20.07.2010 15:25




Afghanistan: Keine Beteiligung am "Konzept der Vernetzten Sicherheit"
Haiti: Caritas drängt auf politische Weichenstellung




Berlin (ots) - Mit Blick auf die internationale Afghanistan-Konferenz hat Caritas-Präsident Peter Neher eine Beteiligung des von der Bundesregierung geforderten "Konzepts der Vernetzten Sicherheit" abgelehnt. "Wir begrüßen es, dass die Regierung zusätzliche Mittel für die Arbeit der Hilfsorganisationen in Afghanistan in Aussicht stellt, halten es aber für inakzeptabel, dass die Vergabe dieser Gelder an sicherheitspolitische Bedingungen geknüpft ist", sagte Neher bei der heutigen Vorstellung des Jahresberichts von Caritas international in Berlin. "Als Christen müssen wir dort helfen, wo Not herrscht, und nicht dort, wo es außenpolitisch oder gar militärisch erfolgversprechend ist." Politische Unabhängigkeit sei für die Helfer und Partner vor Ort überlebensnotwendig, um nicht zur Zielscheibe von Aufständischen zu werden. "Wir appellieren an die Regierung, die Verknüpfung von Hilfsmitteln mit dem Konzept der Vernetzten Sicherheit aufzuheben und die Eigenverantwortung und komplementäre Zielsetzung der Hilfsorganisationen zu respektieren."

Von den Teilnehmern der heutigen Afghanistan-Konferenz forderte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, ein klares Bekenntnis, sich unabhängig von militärischen Rückzugsplänen weiter für die Demokratisierung und den Wiederaufbau des Landes zu engagieren. "Die Menschen in Afghanistan brauchen weiter unsere Unterstützung. Die dortige Regierung wird noch lange nicht in der Lage sein, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten." Außerdem forderte Müller größere Anstrengungen im Kampf gegen die ausufernde Korruption: "Sie ist ein großes Entwicklungshindernis und darf anderen politischen oder militärischen Problemen nicht untergeordnet werden."

Sechs Monate nach dem Erdbeben in Haiti zog das Hilfswerk der deutschen Caritas eine positive Zwischenbilanz seiner Hilfsmaßnahmen. Nach der unmittelbaren Nothilfe, für die Caritas in-ternational rund zwei Millionen Euro aufgewendet habe, widme man sich nun dem langfristigen Wiederaufbau. Caritas international werde sich insbesondere beim Aufbau von Sozialeinrichtungen, Gesundheitszentren und Ausbildungsstätten sowie der psychosozialen Begleitung der Erdbebenopfer engagieren. Bisher seien mehr als 18 Millionen Euro an Spenden für Haiti bei dem Hilfswerk eingegangen. Kritik äußerte Caritas international an den politischen Rahmenbedingungen: "Wir brauchen ein tragfähiges städtebauliches Konzept, rechtsverbindliche Regelungen für den Wiederaufbau und die gerechte Einbindung aller Bevölkerungsgruppen in die Entwicklung des Landes. Diese Fragen müssen von der Regierung und der Gebergemeinsaft schnellstmög-lich geklärt werden", forderte Oliver Müller. Kurz vor Beginn der Hurrikansaison seien noch immer fast eine Million Menschen obdachlos oder lebten in Notunterkünften.

2009 förderte Caritas international 846 Projekte in 84 Ländern mit insgesamt 41,6 Millionen Euro. 55 Prozent der Mittel flossen in Katastrophenhilfe- und Wiederaufbauprojekte, 45 Prozent machten soziale Projekte für Kinder sowie alte, kranke und behinderte Menschen aus. Geografisch lagen die Schwerpunkte unserer Arbeit in Afrika und Asien. Der Anteil der Werbe- und Verwaltungskosten lag bei 8,3 Prozent.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 15:25.

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Verkehrstote sollen halbiert werden

von redaktion am 20.07.2010 15:20




EU-Kommission will Zahl der Verkehrstoten bis 2020 halbieren
Aktionsplan vorgestellt




Brüssel / Berlin (rdp/ots) - Sicherere Autos, stärkere Verkehrskontrollen, Airbags für Motorradfahrer: Der Straßenverkehr in Europa soll weniger gefährlich werden. EU-Verkehrskommissar und Kommissions-Vizepräsident Siim Kallas stellte dazu am Dienstag in Brüssel eine Reihe von Initiativen vor. Die Kommission will damit die Zahl der Verkehrstoten in den kommenden zehn Jahren halbieren. Trotz erheblicher Fortschritte sterben auf Europas Straßen immer noch 100 Menschen täglich.

In den nächsten Jahren treten etliche neue Regelungen in Kraft: Unter anderem werden Lkw und Busse verpflichtend mit Notbremssystemen ausgestattet. Pkw- und Lkw-Insassen werden künftig per Warnsignal aufgefordert, sich anzuschnallen. Für den Bau von Straßen, Tunnels und anderer Infrastruktur gibt die EU nur noch Fördergelder, wenn strenge Sicherheitsstandards eingehalten werden. Die Kommission möchte dies möglichst auf alle EU-Finanzierungen ausdehnen.

Ein besonderes Augenmerk will die Kommission auf Motorräder und andere Zweiräder legen: Die Unfallzahlen für Motorradfahrer sind deutlich langsamer gesunken als für andere Fahrer. Die Kommission plädiert unter anderem für automatische Einschalt-Systeme für Motorradscheinwerfer und für bessere Bremssysteme. Er strebt auch Normen für Schutzkleidung an und will unter anderem prüfen, inwieweit sich Airbags in Motorradkleidung integrieren lassen.

Die Kommission appelliert zudem an die EU-Mitgliedsländer, die Verkehrsregeln besser durchzusetzen und zu überwachen. Gerade das Fahren unter Alkoholeinfluss solle nicht nur bestraft, sondern von vornherein verhindert werden. So erwägt die Kommission, für Schulbus- und andere Berufskraftfahrer verbindliche alkoholempfindliche Wegfahrsperren ("Alcolocks") vorzuschlagen. Verbessert werden soll auch die Qualität der Fahrschulausbildung.

Die Zahl der Verkehrstoten in Europa ist seit 2001 um voraussichtlich mehr als 40 Prozent gesunken. In Deutschland kamen 2009 auf eine Million Einwohner 51 Verkehrstote, während es 2001 noch 85 Tote waren. "Trotz der Fortschritte ist die Zahl inakzeptabel", sagte Kallas. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage gelten betrunkene Autofahrer als das gravierendste Problem im Straßenverkehr, gefolgt von Rasern und Handy-Telefonieren ohne Freisprechanlage.

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Kürzungen der Mittel des Globalen Fonds - NGOs gehen auf die Straße

von redaktion am 20.07.2010 14:40




Kürzungen der Mittel des Globalen Fonds - NGOs gehen auf die Straße



Wien (ots) - Am heutigen Dienstag gehen deutsche NGOs auf die Straße um gegen die geplanten Kürzungen der Mittel zum Globalen Fonds durch Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel zu demonstrieren. Im Rahmen des 'Human Rights March', der um 18.30 Uhr am Schottentor in Wien beginnt, fordern die NGOs , dass Niebel die Pläne stoppt und an den internationalen Verpflichtungen Deutschlands im Kampf gegen HIV/Aids festhält.

"Wir werden gegen diese unsinnigen Pläne kämpfen. Dirk Niebel kann sich auf unseren Widerstand gefasst machen.", sagt die Sprecherin des Aktionsbündnis gegen AIDS und Geschäftsführerin der BUKO Pharma-Kampagne Dr. Christiane Fischer. "Es kann nicht sein, dass die Erfolge im Kampf gegen HIV/Aids im Zuge der Finanzkrise geopfert werden. Für die Rettung der Banken sind Milliarden Euro übrig, aber bei der Rettung von Millionen von Menschen wird der Rotstift angesetzt", ergänzt Fischer.

Hintergrund der Demonstrationen sind Informationen aus dem BMZ, dass die Mittel zum Globalen Fonds für die nächste Finanzierungsperiode um 2/3 gekürzt werden sollen. Offensichtlich verfolgt das BMZ hier seine Strategie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ideologisch neu auszurichten. Niebel plant eine Abwertung der multilateralen Zusammenarbeit zugunsten der bilateralen Zusammenarbeit. "Der Globale Fonds ist das wichtigste Finanzierungsinstrument im Kampf gegen Aids. Wenn die Regierung den Kampf ernst nimmt, dann sollte sie die Mittel aufstocken und nicht zurückfahren," sagt Beate Ramme-Fülle, Koordinatorin des Aktionsbündnisses gegen AIDS.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 14:41.

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9,5% weniger Zigaretten im zweiten Quartal 2010 versteuert

von redaktion am 20.07.2010 12:14




9,5% weniger Zigaretten im zweiten Quartal 2010 versteuert



Wiesbaden (ots) - Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im zweiten Quartal 2010 in Deutschland 9,5% weniger Zigaretten versteuert als im zweiten Quartal 2009. Ebenfalls rückläufig war der Absatz von Zigarren und Zigarillos (- 6,9%) und der Absatz von Pfeifentabak (- 2,4%). Dagegen stieg die Menge des versteuerten Feinschnitts im zweiten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,3%.

Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2010 Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufswert im Handel) von 5,7 Milliarden Euro versteuert. Das waren 366 Millionen Euro oder 6,0% weniger als im zweiten Quartal 2009. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Steuerzeichenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurückgegebene Steuerzeichen (Netto-Bezug).

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Wohnlage entscheidet über Kreditbewilligung

von redaktion am 20.07.2010 12:06




Wohnlage entscheidet über Kreditbewilligung



Bielefeld (ots) - Ein sicheres Einkommen und Schuldenfreiheit sind nicht die einzigen Voraussetzungen für die Bewilligung eines Kredits. Die Banken gehen viel weiter: Nach Recherchen der in Bielefeld erscheinenden Tagezeitung "Neue Westfälische" (Dienstagausgabe) inspizieren viele Kreditinstitute in Deutschland mittlerweile die Wohnviertel ihrer Kunden, um deren Bonität zu prüfen.
Bei der Kreditvergabe spielen selbst die persönlichen finanziellen Verhältnisse der Nachbarn eine Rolle. Geoscoring nennt sich diese Methode, die Teil einer riesigen Bewertungsmaschinerie der Auskunfteien und ihrer Kunden ist. Über die Adresse ermitteln die Experten das Wohnumfeld einer Person. Dann ziehen sie die Daten der Nachbarn heran, um die Kreditwürdigkeit einer Person zu beurteilen.
Das Blatt zitiert einen namentlich nicht genannten langjährigen Banker, der die geheimen Hintergründe kennt: Die Kategorisierung von Menschen sei Berufsalltag, berichtet das Blatt weiter. Nach dem aufgenommenen Kundengespräch erscheine vor dem abschließenden Ausdrucken ein Filterprogramm auf dem Computerbildschirm: Es ordnet Kunden in drei Klassen ein.
Weiß bedeute, dass der Kredit ohne Bedenken gewährt werden kann. Bei Grau sei das Einverständnis des Filialleiters einzuholen. Und bei Schwarz "kann der Kunde den Kredit vergessen".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 12:07.

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Wem gehören Brokkoli und Schrumpeltomate?

von redaktion am 20.07.2010 11:56




Greenpeace: Wem gehören Brokkoli und Schrumpeltomate?

Zahlreiche Protestaktionen begleiten Anhörung am Europäischen Patentamt in München zu Patenten auf Lebensmittel



München/Berlin (rdp/ots) - Gegen die Patentierung von Saatgut, Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln lehnt sich heute ein internationales Bündnis aus 300 Verbänden und Organisationen vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München auf. Anlass ist die erste Anhörung zu einer Grundsatzentscheidung im europäischen Patentwesen: Anhand eines Patentes auf Brokkoli, Tomaten und daraus hergestellte Lebensmittel will das Amt entscheiden, ob natürliche Ressourcen weiterhin als "Erfindung" beansprucht werden können. Bereits patentiertes Obst und Gemüse wie Mais, Salat, Karotten und Melonen zeigt Greenpeace an einem Marktstand am EPA. Über 1000 Patentanträge auf weitere Lebensmittel liegen dem Amt vor. Demonstranten zerkleinern Kopien dieser Patentschriften vor Ort in Aktenvernichtern. Greenpeace-Experten erwarten jedoch, dass das EPA an den umstrittenen Patenterteilungen festhält.

"Werden Patente wie Brokkoli und Tomate nicht verboten, brechen alle Dämme", sagt Christoph Then, Patent-Berater für Greenpeace. "Wenige Agrar- und Nahrungsmittelkonzerne können zukünftig die ganze Lebensmittelproduktion kontrollieren mit steigenden Abhängigkeiten und Preisen für Landwirte und Verbraucher. Der Ausverkauf von Lebensgrundlagen kann nur durch neue Patentgesetze beendet werden." 100 000 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern für gesetzliche Verbote von Patenten auf Saatgut, Pflanzen und Tiere hat das Bündnis bereits gesammelt.

Bundesregierung will Patente auf Tierrassen und Pflanzensorten verbieten

Die englische Biotech-Firma Plant Bioscience besitzt seit 2002 das Patent auf Brokkoli mit einem hohen Gehalt an Glucosinolaten. Diese Bitterstoffe geben dem Brokkoli seinen typischen Geschmack und sollen zudem vor Krebserkrankungen schützen. Gegen das Patent auf den lukrativen Brokkoli hatten zwei Agrarkonzerne beim EPA Einspruch eingelegt. Das ebenfalls beanstandete Patent auf die so genannte "Schrumpeltomate" umfasst die Züchtung und Vermarktung einer Tomate mit geringem Wassergehalt, die sich industriell besonders gut verarbeiten lässt. Bereits im Mai hatte das EPA jedoch ein Patent auf Sonnenblumen bestätigt, das Saatgut, Pflanze und Patentschutz auf das Sonnenblumenöl umfasst.

"Dem EPA müssen endlich Grenzen gesetzt werden", sagt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). "Ein Amt, das über sich selbst richtet und aus Patent-Gebühren finanziert, wird im Zweifelsfall jedes Patent bestätigen. Seit über zehn Jahren veröffentlichen Greenpeace und weitere Organisationen die Skandalpatente des EPA. Eine Novellierung der europäischen Patentgesetze muss diesen Patentvergaben jetzt ein Ende setzen."

Die Regierungen von Deutschland und den Niederlanden haben angekündigt, sich in Brüssel für schärfere europäische Patentgesetze einsetzen. Greenpeace fordert ein Verbot von Patenten auf Saatgut, Pflanzen, Tiere, deren Gene und Zuchtmaterial.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 11:57.

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Bundesregierung muss zu ihrem Wort stehen!

von redaktion am 20.07.2010 11:49




Nahles und Wieczorek-Zeul: Bundesregierung muss zu ihrem Wort stehen!


Wieczorek-Zeul

Zu den Plänen der Bundesregierung , die Mittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu kürzen, erklären die Vorsitzende des Forums Eine Welt, Heidemarie Wieczorek-Zeul und die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles:

Das Jahr 2010 sollte eine besondere Wegmarke werden, doch jetzt herrscht berechtigt große Sorge über die Verlässlichkeit der Bundesregierung bei der weiteren Finanzierung der geförderten Programme und Therapien des ‚Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria’ (GF).

Die Bundesregierung ist dabei, einen Wortbruch zu begehen und die Erfolge des GF zu verspielen. Es ist ein Wortbruch, der Millionen Menschen betreffen wird und ihr Leben bedroht. Dieser Wortbruch muss bei den Haushaltsberatungen verhindert werden. Bei der Wiederauffüllungskonferenz im Oktober 2010 muss die Bundesregierung klar zu ihren Zusagen stehen und den wichtigen Finanzierungsmechanismus des GF unterstützen.

Im Rahmen der G 8 - Beratungen in Heiligendamm 2007 hatte die Bundesregierung zugesagt, bis 2015 vier Milliarden Euro für die Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zur Verfügung zu stellen. In der anschließenden Wiederauffüllungskonferenz hatte die Bundesregierung für die Periode von 2007-2010 jährlich 200 Millionen Euro zugesagt. Ausweislich des vorliegenden Haushaltsentwurfes wird jedoch ersichtlich, dass für 2012 und 2013 keine Mittel für den Globalen Fonds vorgesehen sind.

Eine Kürzung des GF hätte verheerende Folgen, denn seine Erfolge sind beispielhaft:

• Täglich werden durch von GF geförderte Programme mindestens 3600
Menschenleben gerettet, tausende Neuinfektionen verhindert.
• Ende Dezember 2009 ermöglichten vom GF finanzierte Programme 2,5 Millionen
Menschen eine antiretrovirale Therapie
• Noch vor 10 Jahren gab es in den ärmeren Ländern keinen Zugang zu antiretroviraler
Therapie.
• Durch vom GF unterstütze Programme wurden 1,8 Milliarden Kondome für Männer und
Frauen verteilt und 790.000 Schwangeren Medikamente zur Verfügung gestellt, um
Mutter-Kind-Übertragung zu verhindern.
• Es wurden 105 Millionen HIV-Beratungen und – Tests ermöglicht.
• Durch die gemeinsamen Bemühungen wurden bis Dezember 2009 etwa 4,9 Millionen
Menschenleben gerettet.

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Todbringende Transporte

von redaktion am 20.07.2010 11:41




Todbringende Transporte



19. Juli 2010 - Reedereien und Luftfracht-Unternehmen müssen besser kontrolliert werden. Das fordert Amnesty International anlässlich der UNO-Konferenz für ein internationales Waffenhandelsabkommen, die bis zum 23. Juli in New York stattfindet. "Das Abkommen muss auch die Kontrolle von Frachtunternehmen und anderen Zwischenhändlen in der Lieferkette für Rüstungsgüter umfassen", sagte Mathias John, Rüstungs-Experte von Amnesty International in Deutschland.

Der heute veröffentlichte Amnesty-Bericht "Deadly Movements: Arms Transportation Controls in the Arms Trade Treaty" belegt, wie dürftig Transporte von Waffen und anderen Rüstungsgütern, die zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen beitragen können, kontrolliert werden. Davon profitieren unter anderem Firmen in den USA, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. "Nachlässige Kontrollen und Lücken in den Gesetzen für Rüstungstransfers führen dazu, dass Waffen und Munition auf dem See- oder Luftweg problemlos in Länder mit problematischer Menschenrechtslage transportiert werden", sagte Amnesty-Experte John. "Auch in den deutschen Regelungen gibt es Schlupflöcher für todbringende Transporte."

Nach Recherchen von Amnesty transportierte ein Schiff einer deutschen Reederei Streumunition von Südkorea nach Pakistan - obwohl Deutschland das internationale Abkommen gegen Streumunition ratifiziert hat. Das Schiff der deutschen Reederei fuhr allerdings unter der Flagge von Antigua und Barbuda. "Hier klafft eine gefährliche Lücke in den deutschen Regelungen für Rüstungstransfers, denn diese gelten bislang nur für Schiffe unter deutscher Flagge", sagte John. "Die Bundesregierung muss diese Regelungen auch auf deutsche Schiffe unter anderer Flagge ausweiten und die Verschiffung von Rüstungsgütern konsequent kontrollieren."

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Klimaanlage der Erde läuft heiß

von redaktion am 20.07.2010 11:22




Klimaanlage der Erde läuft heiß



Berlin (rdp) - Neue Daten zur Erhöhung der globalen Temperatur vom ‘Goddard Institute for Space Studies‘ der NASA zeigen, dass die erste Hälfte des Jahres 2010 das wärmste Halbjahr der letzten 130 Jahre war. Die Temperatur lag 0,7 Grad Celsius über dem Durchschnittswert. „Nur weil der Klimawandel auf der politischen Tagesordnung augenblicklich nicht ganz oben steht, hat er nicht aufgehört, zu existieren“ erklärt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland. „Die globale Erwärmung schreitet dramatisch voran.“

Aktuelle Daten zeigen einen langfristigen Trend zu erhöhten Temperaturen der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik und Golf von Mexiko, der auch durch den Anstieg der Treibhausgase-Konzentration in der Atmosphäre verstärkt werde. Beunruhigend sei insbesondere die Rekordtemperatur der Meeresoberfläche im tropischen Atlantik. Durch die Energie der warmen Oberfläche könnte eine der schlimmsten atlantischen Hurrikan-Perioden bevorstehen, befürchten Experten.

„Am Golf von Mexiko schließt sich auf bedauerliche Weise der Teufelskreis des Erdöls. Das Öl verursacht dort eine doppelte Katastrophe. Einerseits verschmutzt es direkt durch die Förderung den Golf über Jahrzehnte, andererseits drohen der Region langfristig noch stärkere Hurrikane, als eine mögliche Folge der exzessiven Nutzung fossiler Brennstoffe“, so Günther. Hurrikane bedrohen die Region umso stärker, da natürliche Barrieren, wie beispielsweise die Mangrovenwälder, durch Umweltverschmutzungen und die gerade stattfindenden Ölkatastrophe immer schwächer werden. „Wir müssen begreifen, dass fossile Brennstoffe unsere Lebensgrundlage nicht sichern, sondern bedrohen“, so Günther.

Um die Welt vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu bewahren und die globale Temperaturerhöhung unter der Gefahrenschwelle von 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu halten, würden klare Maßnahmen und Ziele benötigt. Diese fehlen jedoch nach wie vor. So würden die bisher von den einzelnen Ländern angebotenen Minderungsziele zu einer Erwärmung um mehr als 3° Celsius führen. „Nicht nur Europa muss endlich seiner historischen Verantwortung gerecht werden und sein Minderungsziel bis 2020 auf 30% erhöhen. Auch die USA müssen nicht nur die vor ihrer Haustür stattfindende Ölkatastrophe bekämpfen, sondern endlich auch ihre CO2-Emissionen drastisch senken“, fordert Regine Günther.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.07.2010 11:23.
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