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Irre Wetten bei Commerzbank stoppen

von redaktion am 25.11.2011 13:54




Irre Wetten bei Commerzbank stoppen


Maurer

Berlin (rdp). „Es ist blanker Hohn, dass die Commerzbank Wetten auf ihren eigenen Untergang anbietet. Dieser Irrsinn muss sofort gestoppt werden", so Ulrich Maurer zu den neuesten Finanzprodukten des teilverstaatlichten Finanzinstituts. Laut Medienberichten können Kunden der Bank hohe Gewinne machen, wenn sie darauf wetten, dass die Aktie auf Pennystock-Niveau, also unter einen Euro, sinkt. Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion:

Es ist ein Skandal, dass der Bundesfinanzminister als Ober-Finanzaufseher diesem grotesken Treiben keinen Einhalt gebietet. Schließlich wurde die Commerzbank mit dem Geld der Steuerzahler gerettet und gehört noch heute zu Teilen dem Staat. Dieser Irrsinn markiert den vorläufigen Höhepunkt im außer Rand und Band geratenen Finanzmarkt-Kasino. Ich warte nur darauf, dass Schäuble Wetten auf den baldigen Untergang der schwarz-gelben Koalition anbietet. Allerdings würde ich dabei keinen Cent dagegen setzen."

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.11.2011 13:54.

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Deutschland im Herbst - polis-Presseschau

von redaktion am 25.11.2011 10:28




Presseschau vom 25.11.2011



Überführung eines Verdächtigen: Bisher wird immer noch gerätselt, wie groß der rechte Untergrund
tatsächlich ist
.




Deutschland im Herbst

Der Rechtsterrorismus der Zwickauer Zelle und seiner Helfershelfer liegt über dem politischen Deutschland wie schwerer Nebel. Alle politischen Parteien sind sich im Entsetzen und der Notwendigkeit, alles aufzubieten, um so etwas künftig zu verhindern, einig. Der Bundestagspräsident entschuldigt sich bei den Opfern. Der Bundestag bringt eine Resolution aller Parteien zustande. Jedoch: Wo ist der spürbare "Aufstand der Anständigen", fragt Jakob Augstein in seiner aktuellen Spiegel-Kolumne. Wie gleichgültig ist die Bevölkerung?





fr-online

"Wir müssen die Nazis entschlossener bekämpfen"

... Ministerpräsident Matthias Platzeck über Rechtsradikalismus in Brandenburg, den Informationsaustausch der Nachrichtendienste und darüber, dass er keine Illusionen über den Effekt eines NPD-Verbotes hat. ...




faz.net

Haftbefehl gegen Neonazi Andre E.

... Gegen den mutmaßlichen Helfer der Neonazi-Terroristen, Andre E., ist Haftbefehl erlassen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, ein Propagandavideo für die terroristische Vereinigung NSU produziert zu haben. ...




spiegel.de

Wo bleiben die Anständigen?

... In der Auseinandersetzung mit dem Nazi-Terror zeigt sich die Merkel-CDU gewohnt wandlungsfähig, der Bundestag erlebte sogar eine Sternstunde. Aber die Menschen im Land bleiben seltsam unberührt. Von Jakob Augstein. ...




taz.de

Suche nach verschollenen Neonazis

... Gibt es noch andere militante Rechtsextreme, die abgetaucht sind? Das Protokoll einer vertraulichen Sitzung dokumentiert die Ahnungslosigkeit der Sicherheitsbehörden. ...


Foto: taz.de/dpa

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Linke will FDP-Politiker Hirsch oder Baum als Sonderermittler

von polis am 24.11.2011 15:21


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Linke will FDP-Politiker Hirsch oder Baum als Sonderermittler

Saarbrücken / Berlin (rdp/ots) - In der Debatte um die parlamentarische Aufarbeitung der Pannen rund um die rechtsextreme Mordserie hat sich die Linksfraktion erneut für einen Sonderermittler ausgesprochen. Der Rechtsexperte der Linken, Wolfgang Neskovic, sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Freitagausgabe): "Gerhart Baum oder Burkhard Hirsch kann ich mir sehr gut vorstellen. Beide haben politische Erfahrung mit einer klaren rechtsstaatlichen Linie."

Die Aufklärung der Ereignisse dürfe sich nicht im "Gestrüpp der Parteien verfangen", betonte Neskovic. Bei einer Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums am Mittwoch konnten sich die Mitglieder offenbar noch nicht auf eine weitere Vorgehensweise einigen.

Die FDP-Politiker Baum oder Hirsch seien zwei Personen, die sich "so objektiv und unabhängig wie möglich den Dingen zuwenden", erklärte Neskovic. Er betonte weiter, es gehe nicht darum, mit einem Sonderermittler die Fehler der Länder aufzudecken. "Aber es geht um länderübergreifende Taten, und der Bund ist für die Koordinierung der Zusammenarbeit zuständig", so Neskovic. Der Bericht eines Sonderermittlers hätte auch den Vorteil, dass er in einem noch einzusetzenden Untersuchungssauschuss als Arbeitsgrundlage genutzt werden könne.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.11.2011 15:22.

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Ex-CSU-Chef Huber: Partei wird für Guttenberg keinen Thron freihalten

von polis am 24.11.2011 14:56

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Mitteldeutsche Zeitung: 
Ex-CSU-Chef Huber: Partei wird für Guttenberg keinen Thron freihalten


Huber

Halle / Berlin (rdp) - Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat die jüngsten Äußerungen des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Halifax und in der Wochenzeitung "Die Zeit" scharf kritisiert und betont, die CSU werde für ihn keinen Thron frei halten. "Das löst Betroffenheit und Ärger aus", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) über Guttenbergs Angriffe auf die CSU.

"Die CSU hat Guttenberg in einem sehr reichen Maße Solidarität gegeben, als er in Schwierigkeiten war. Dass er diese Solidarität mit Kritik und Watschen für die eigene Partei zurück gibt, ist mehr als erstaunlich. Dafür gibt es in der CSU kein Verständnis. Belehrungen aus den USA sind unangebracht." Zu einem möglichen Comeback des 39-Jährigen erklärte Huber: "In der CSU ist jeder willkommen, der konstruktiv mit arbeitet. Karl-Theodor zu Guttenberg kann sich in der eigenen Partei jederzeit wieder um ein Mandat bewerben. Aber es ist nicht so, dass wir einen Thron frei halten. In Bundes- und Landesregierung ist kein Posten unbesetzt. Wir haben keine vakanten Stellen. Alle Positionen, die die CSU zu vergeben hat, sind mit qualifizierten Frauen und Männern vergeben." Allerdings sei "jeder als Arbeiter an der Front willkommen". Guttenberg hatte in der "Zeit" unter anderem gesagt, die CSU sei keine wirkliche Volkspartei mehr.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.11.2011 14:57.

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Der Castor kommt - polis-Presseschau

von redaktion am 24.11.2011 09:26




Presseschau vom 24.11.2011



Die Atomüllbehälter rollen wieder. Auch diesmal werden sie auf massiven Widerstand trefffen.


Der Castor kommt

Er rollt wieder. Ein Zug mit elf Behältern des Typs "Castor ­HAW28M" nähert sich aus Frankreich der deutschen Grenze. Gegen Mittag könnte er bei Saarbrücken eintreffen. Nichts ganz Genaues weiß man nicht. Wenn er am Wochenende im Wendland eintrifft, um seine Fracht im Gorlebener Zwischenlager abzustellen, wird er von vielleicht 50.000 Atomkraftgegnern erwartet. Die werden alles ihnen Mögliche tun, um den Transport zu verzögern. Den Beteiligten stehen heiße Tage bevor.





fr-online.de

Castortransport nähert sich deutscher Grenze

... Begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen nähert sich der neue Castortransport der französisch-deutschen Grenze. Nach Angaben französischer Kernkraftgegner könnte der Zug mit den elf Spezialbehältern gegen Mittag bei Saarbrücken eintreffen. ...




faz.net

Katz und Maus in Frankreich

... Ein Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll ist von Frankreich aus in Richtung Gorleben gestartet. Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setzte sich der Zug am Mittwoch gegen 16.00 Uhr an der Areva-Verladestation bei Valognes in Bewegung. ...




spiegel.de

Wut-Schottern im Wendland

... In Niedersachsen rüstet sich die Region Wendland für die alljährliche Castor-Schlacht. Elf Stahlkolosse mit strahlender Fracht rollen am Wochenende nach Gorleben, bewacht von 19.000 Polizisten. Auch die Protestbewegung hat sich formiert - Tausende stehen bereit für das Katz-und-Maus-Spiel mit den Beamten. ...




taz.de

Es ist wieder Castorzeit

... Während französische Atomkraftgegner die Transportzüge blockieren, bereiten deutsche Bürgerinitiativen massive Blockaden vor - ein Streifzug durchs Protestgebiet. ...


Foto: taz.de/dpa

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Entnazifizierung 2.0 - Teil 2/3

von polis am 23.11.2011 18:19

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Entnazifizierung 2.0 - Teil 2/3

von polis-Gastautor Kamuran Sezer


Kamuran Sezer

Die deutsche Gesellschaft muss hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt werden. Denn Fremdenhass ist Teil dieser Gesellschaft. 

In den Medien spricht man vom Rechtsterrorismus. Das ist nicht seltsam, das ist verstörend! Denn Terrorismus ist eine Kommunikationsstrategie. Durch den Akt der Gewalt, durch diese Menschen und Gegenstände zu Schaden kommen, soll etwas gesagt werden. Eine Botschaft wird verkündet!

Wo war die Botschaft dieser vermeintlichen Terrorzelle über 14 Jahre? Kann es sein, dass diese drei Rechtsextremen keinen Wert auf die öffentliche Verkündigung ihrer Botschaft gelegt haben? Dass es Ihnen ausgereicht hat, von den eigenen Kameraden besungen zu werden? Glaubten Sie, dass Helden sich nicht ernennen sondern gemacht werden? Helden sprechen nicht, über sie wird gesprochen.

Oder kann es gar sein, dass die in dieser Sache ermittelnden Organe des Rechtsstaats kein Interesse hatten, dass die Botschaft die Öffentlichkeit erreicht? Vielleicht weil in ihnen Sympathieträger der Hassideologie wohnen? Oder sie organisational konditioniert sind, bei Rechtsextremismus wegzusehen, weil es ein unangenehmes Thema ist, ein Tabu?

Der Terror, den die Öffentlichkeit jetzt empfindet, ist ex post entstanden. Terror war nicht der Zweck dieser drei Rechtsradikalen, er war nur das Mittel. Angst haben wir und beschämt sind wir, nachdem alles aufflog. Exekutionskommando ist daher der Begriff, der nach allen bisherigen Erkenntnissen die Motivation und Operation dieses Kommandos am besten beschreibt. Und war es auch das einzige?

Es gibt viele Fragen, die beantwortet werden müssen und auch Antworten erhalten werden. Davon bin ich überzeugt! Doch die entscheidende Frage lautet: Wird damit auch der Fremdenhass, der dieser Gesellschaft inhärent ist, endlich überwunden?

Ja, dieser Gesellschaft wohnt ein Fremdenhass inne. Nicht nur nach Hoyerswerda, Mölln, Solingen oder Hetzjagden auf Schwarze mit Todesfolgen oder pi-news.net ist offensichtlich geworden, dass die autochthon-deutsche Gesellschaft ein gravierendes Problem damit hat, anzuerkennen, dass Ausländer in dieser Gesellschaft leben.

Die Deutschland-schafft-ab-Debatte und die Islam-Debatte und Das-darf-mal-gesagt-werden-Debatte waren ebenso ein starker Hinweis. Die Debatte über die deutsche Leitkultur (und nicht die Leitkultur an sich) war ebenfalls ein Zeugnis von Fremdenhass in dieser Gesellschaft.

Man führe sich vor: In einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, in dieser eine lebendige Vielfalt von Lebenskonzepten existiert sowie Individualität und Selbstbestimmung erwünscht sind und in Schulen als Wert vermittelt werden, wird ausgerechnet bei der Gruppe der "Ausländer" gefordert, dass sie sich nicht in den Pluralismus einordnen und über ihr Leben selbst bestimmen dürfen.

Nein! Sondern sie müssen sich einer Leitkultur, einer Deutschen nämlich, Folge leisten! Täte der Ausländer dies, würde er seine selbstbestimmte Souveränität aufgeben - ein unmündiger Sklave wäre er. Der kontrolliert, gelenkt und geformt werden kann. Von dem keine Gefahr ausgeht.

Unsere Kinder werden sich für uns schämen und weinen, befürchte ich!

Unsere Gesellschaft heute wirkt so fortschrittlich und zivilisiert, im Vergleich zur Gesellschaft im Nationalsozialismus oder in den früheren Jahren der Bundesrepublik. Doch da täuschen wir uns, befürchte ich! Fortschritt, das habe ich verstanden, ist nicht eine technologische Entwicklung oder die Verbesserung von Lebensqualität oder das Vermehren von Vermögen. Fortschritt ist die Fähigkeit, Mechanik und Struktur einer Gesellschaft, sich ständig hinterfragen zu können und zu dürfen.

Der kleinste Baustein des Fremdenhass' in der Mehrheitsgesellschaft ist das Wort.

Die Manifestation des Fremdenhass' beginnt schon beim Begriff "Zuwanderer". Zuwanderer, das ist jemand, der zu unserer Gesellschaft kommen und uns beiwohnen kann. Der aber auch wieder gehen muss. Der Zuwanderer, der bleibt das Öl-Tropfen im Wasserglas.

Und genau so sieht auch die aktuelle Migrationspolitik aus: Hochqualifizierte Zuwanderer beispielsweise, die dürfen kommen und für einige Jahre hier bleiben. Verlassen sollen sie aber Deutschland danach! Das ist unser Angebot an die Talente dieser Welt. Ein Hohn, nein Spott, wenn angesichts dessen von Willkommenskultur in dieser Gesellschaft gesprochen wird.

Unsere demografie-erschütterte Gesellschaft braucht aber keine Zuwanderer sondern Einwanderer, die sich hier niederlassen, so lange wie sie es wollen - und nicht so lange wie irgendwelche vorurteilsbeladene Technokraten es wünschen.

Ob wir wollen oder nicht - wir sind längst eine multiethnische und -religiöse Gesellschaft geworden. Man kann sie ignorieren, sie nicht mögen oder ablehnen. Sie kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wie denn auch?

Wie will man hunderte Moscheen und Dutzende Synagogen weg machen? Was soll mit dem Kapital geschehen, das den Ausländern in dieser Gesellschaft gehört? Wie sollen die Unternehmen verschwinden, die von Ausländern gegründet wurden und betrieben werden? Und die Medaillen und Auszeichnung der Ausländer, die sie gewonnen oder erhalten haben? Was soll mit den Büchern, die von den Ausländern geschrieben wurden?

Die Antworten auf diese Fragen führen uns viel schneller - als wir erahnen - auf denselben oder ähnlichen Pfad, den der Nationalsozialismus schon einmal beschritten hat. Hören wir also auf, arrogant zu sein und uns sicher zu fühlen!

zu Teil 1

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Der Autor, ist Diplom-Sozialwissenschaftler, Berater und Publizist sowie Gründer und Inhaber des futureorg Instituts für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung mit Sitz in Dortmund.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.11.2011 18:27.

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Entnazifizierung 2.0 Teil 1/3

von polis am 23.11.2011 18:08

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Entnazifizierung 2.0 Teil 1/3
von polis-Gastautor Kamuran Sezer


Kamuran Sezer


Nach den Mordanschlägen durch Rechtsextreme wird gefordert, den Kampf gegen Rechts aufzunehmen und auszuweiten. Dies wird nicht ausreichen. Vielmehr muss die deutsche Gesellschaft hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt werden.

Es ist ein ungeheuerlicher Akt, der die Öffentlichkeit und Politik erschüttert hat und das Misstrauen insbesondere der türkischen Bevölkerung gegenüber der deutschen Mehrheitsgesellschaft nach den Anschlägen in Mölln (1992) und Sollingen (1993) vom Neuen entfacht hat.

Drei Rechtsextreme haben sich vor über zehn Jahren in den Untergrund abgeseilt und haben mit neonazistischem Unterstützernetz mindestens zehn Menschen gezielt hingerichtet. Es waren gezielte Hinrichtungen – anders kann man die Taten bisher nicht bezeichnen.

Alleine dieser Umstand ist ein Skandal unermesslichen Ausmaßes und ein riesiger Imageschaden für Deutschland, das aufgrund seiner Geschichte im empfindlichen Blickfeld der internationalen Gemeinschaft steht.

Nun haben sich in den vergangenen Tagen die Hinweise verdichtet, dass der deutsche Verfassungsschutz in dieser Sache im besten Fall versagt und im schlimmsten Fall verwickelt war. Dies ist die größte anzunehmende Katastrophe für einen Rechtsstaat – insbesondere für den Deutschen. Wieso?

Die Machtübernahmen durch die Nationalsozialisten in der Weimarer Republik und die Einrichtung einer nationalsozialistischen Diktatur erforderte und führte zu einer Verankerung ihrer Hassideologie in die institutionellen Strukturen der damaligen Gesellschaft, die auch im Nachkriegsdeutschland und darüber hinaus wirkte – trotz der so genannten Entnazifizierung der damaligen Gesellschaft.

Nun wäre es überzogen, trotz dieser ungeheuerlichen Akte und nach gegenwärtiger Informationslage dem Verfassungsschutz oder sonst einem anderen rechtsstaatlichen Organ eine Nähe zum Nationalsozialismus zu unterstellen. Es wäre jedoch weder neu noch überraschend, wenn der Verfassungsschutz und andere rechtsstaatliche Organe heute noch die eigene Geschichte und historische Rolle im Nationalsozialismus verdrängen.

Eine zur Amtszeit von Joschka Fischer eingesetzte Historikerkommission zeigte auf, wie sehr das Außenministerium in die Verbrechen der Nazidiktatur verwickelt war. Erst 2010 wurden die Ergebnisse an den ehemaligen Außenminister übergeben, der über die Studie erschüttert war.

In den 1990er Jahre, also nach mehr als 50 Jahren nach der NS-Diktatur, wurde aufgearbeitet, welche Rolle die Industriebetriebe und Banken im Nationalsozialismus gespielt haben. Fast jedes Unternehmen und jede Bank beschäftigten unzählige Historiker, die aufklären sollten. Und Erschreckendes wurde zutage gefördert. Nicht nur Zwangsarbeit – Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen haben sich am Leid der Menschen bereichert, Eigentümer, Policen und Erspartes einbehalten.

Wenn nun – wie erwartet – eine Kommission eingerichtet wird, die untersuchen soll, ob und inwiefern der Verfassungsschutz und sonstige rechtsstaatliche Organe versagt haben oder gar verwickelt gewesen sein sollen, dann dürfen nicht nur diese Fragen im Vordergrund stehen:

  • Wurden die drei Rechtsextremen durch den Verfassungsschutz oder einem anderen rechtsstaatlichen Organ unterstützt oder begünstigt – sei es durch bewusstes Ignorieren? Es darf nicht übersehen werden, dass die Morde mit innertürkischen Konflikten aber nicht mit rechtsextremen Motiven in Verbindung gebracht wurden?
  • Wie haben sich diese Rechtsextremen finanziert, ihren Lebensunterhalt bestritten?
  • Wie haben sie ihre Taten geplant? Die Blutspur der Täter über viele Jahre und quer durch die Republik drängt auch zur Frage, ob die Täter die föderalen Strukturen genutzt haben, um Ermittlungsarbeiten zu erschweren und Spuren zu verwischen? Wenn ja, waren diese drei Täter überhaupt in der Lage solches strukturelle Wissen strategisch zu durchdenken und anzuwenden?

Wieso haben die Ermittler rechtsmotivierte Taten ausgeschlossen? Gab es nur akute Hinweise darüber, dass die Taten aus innertürkischen Konflikten resultierten? Wurden rechtsradikale Motive bewusst ausgeschlossen, um den Ruf Deutschlands im Ausland nicht zu schaden?

Nicht nur diese Fragen sind relevant und akut! Der Verfassungsschutz und andere Organe müssen auch die Frage aushalten und beantworten, ob in ihrem Inneren Sympathieträger und Unterstützer für die rechtsextreme Hassideologie existieren? Und wenn ja, wie konnten sie Eingang in diese Institution finden?

Vor allem sollte der Verfassungsschutz diese schrecklichen und traurigen Ereignisse auch dazu nutzen, um ihre Rolle und Geschichte im Nationalsozialismus aufzuarbeiten und zu hinterfragen. Doch damit sind die Konsequenzen aus den zehn Hinrichtungen längst nicht am Ende!

Lesen im zweiten Teil von "Entnazifizierung 2.0": Die multiethnische und -religiöse Gesellschaft heute ist ein Tatbestand. Man muss sie nicht mögen, man kann sie ablehnen oder sie ignorieren. Sie kann aber nicht mehr rückgängig gemacht werden! Und wenn – dann nur durch ausgrenzen, abschieben oder töten!

zu Teil 2

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Der Autor, ist Diplom-Sozialwissenschaftler, Berater und Publizist sowie Gründer und Inhaber des futureorg Instituts für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung mit Sitz in Dortmund.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.11.2011 18:38.

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Philologenverband plädiert für verstärkte Auseinandersetzung mit Neonazismus in der Schule

von polis am 23.11.2011 17:12

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Philologenverband plädiert für verstärkte Auseinandersetzung mit Neonazismus in der Schule



Berlin (rdp/ots) - Für eine verstärkte Aufklärung und eine intensivere Auseinandersetzung mit neonazistischem Gedankengut in deutschen Schulen hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, in Berlin ausgesprochen.

Anlässlich der Debatte um den Rechtsterrorismus plädierte er dafür, neben der Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht auch vermehrt das Problem neonazistischer Aktivitäten wie z.B. die Agitations- und Rekrutierungsformen des aktuellen Rechtsextremismus in den Fokus zu nehmen.

"Es geht darum, an den Schulen durch Aufklärung und Vermittlung demokratischer Wertvorstellungen bereits im Vorfeld dem Extremismus den ideologischen Nährboden zu entziehen und die Nachwuchsrekrutierung auszutrocknen", sagte Meidinger. Positive Rückmeldungen gebe es aus den Schulen insbesondere über Diskussionsveranstaltungen mit Aussteigern aus der neonazistischen Szene.

Es sei schade, so Meidinger, dass solche Initiativen derzeit mehr von Einzelschulen sowie Institutionen und Stiftungen außerhalb der Schulen ausgingen, während systematische Veranstaltungs- und Fortbildungskonzepte aus den Ministerien zum Teil noch vermisst würden.

Konkret schlägt der Philologenverband eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern vor, die folgende Bestandteile beinhaltet:

- ein bundesländerübergreifendes schulisches Maßnahmenkonzept gegen Gewalt und Extremismus

- ein flächendeckendes umfassendes Fortbildungsangebot zur "Erlebniswelt Rechtsextremismus" für Lehramtsanwärter,     Lehrkräfte, Ausbildungsleiter und Schulleitungen

- die Entwicklung eines breiten Angebots an Veranstaltungen, Referenten und Ausstellungen zu dieser Thematik, auf das Schulen jederzeit zurückgreifen könnten

- die Unterstützung von Schulen bei der Entwicklung von Projekten, Maßnahmen und Konzepten zum Rechtsextremismus.

"Nach allem, was wir wissen, sind Aufklärung und argumentative Auseinandersetzung in der Altersgruppe, die das Zielobjekt rechtsextremer Propaganda ist, oft sind das Schüler, die wirksamste Prävention gegen Extremismus!",stellte Meidinger fest.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.11.2011 17:12.

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60 Prozent für NPD-Verbot

von redaktion am 23.11.2011 11:09

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stern-Umfrage:
60 Prozent für NPD-Verbot

Große Unzufriedenheit mit laschem staatlichem Vorgehen gegen Rechtsradikale - Miserables Ansehen des Verfassungsschutzes

Hamburg / Berlin (rdp/ots) - Angesichts der Mordserie von rechtsextremen Terroristen wirft ein Großteil der Deutschen den staatlichen Organen vor, Umtriebe von Neonazis unzureichend zu bekämpfen. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern waren 74 Prozent der Bürger dieser Ansicht. Vernichtend ist auch das Urteil der Bürger über die Arbeit des Verfassungsschutzes: Nahezu zwei Drittel (64 Prozent) der Bürger sagten, sie hätten kaum oder gar kein Vertrauen in die Behörde. Besonders gering ist das Ansehen bei den Ostdeutschen - 77 Prozent haben hier kaum Vertrauen zu den Verfassungsschützern.

Generell verfolgen die Deutschen die Enthüllungen aus der Naziszene mit großer Anteilnahme. 80 Prozent der Befragten gaben an, sie seien an der Berichterstattung über das Killer-Trio, seine Helfershelfer und das Versagen der staatlichen Organe interessiert. Drei Viertel (75 Prozent) halten die Diskussion über die Folgen dieser Anschläge für angemessen oder würden gern sogar noch mehr erfahren. Nur 21 Prozent meinen, über die rechtsextremen Terroristen werde zu viel berichtet.

Als Konsequenz aus der Mordserie treten 60 Prozent für ein Verbot der NPD ein. Wenig Befürworter findet dagegen die Idee einer nationalen Trauerfeier für die Opfer: Lediglich 28 Prozent würden eine solche Gedenkveranstaltung begrüßen, 66 Prozent lehnen sie ab.

Datenbasis: 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 17. und 18. November 2011, statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.11.2011 11:09.

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Sie harren aus - polis-Presseschau

von redaktion am 23.11.2011 10:31




Presseschau vom 23.11.2011



Die Demonstranten verlassen den Tahrir-Platz auch in der Nacht nicht.


Sie harren aus

Die Demonstranten in Kairo besetzen weiterhin den Tahrir-Platz und fordern den Rücktritt des Militärrates. Tausende lieferten sich gestern und heute Nacht Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. In einer TV-Ansprache versicherte der Vorsitzende des Militärrates, Feldmarschall Tantawi, den Zeitplan der Übergabe der Verantwortung einzuhalten. Bis Juni 2012 solle ein neuer Präsident gewählt werden. Die Demonstranten wollen so lange den Tahrir-Platz besetzen, bis der Militärrat die Macht an ein ziviles Gremium übergeben hat.





fr-online.de

Mühsamer Weg zur Demokratie

... Nur wenige Forderungen der Demonstranten vom Tahrir-Platz sind bisher erfüllt worden. Die aktuellen Bilder erinnern an die ersten Tage der Revolution vor zehn Monaten. ...




faz.net

Militärrat lenkt ein - Demonstranten harren aus

... In Ägypten soll spätestens bis Ende Juni 2012 ein neuer Präsident gewählt werden. Das sagte der Vorsitzende des Militärrats, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, am Dienstag in Kairo. ...




spiegel.de

Demonstranten trotzen Militärs in Kairo


... Ägyptens Generäle haben für Juli 2012 die Machtübergabe angekündigt - trotzdem verschärft sich die Lage in Kairo. Tausende Demonstranten harren auf dem Tahrir-Platz aus und liefern sich Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. Sie fordern den sofortigen Rücktritt des Militärrats. ...




taz.de

"Verschwinde, verschwinde!"


... In der Nacht zum Mittwoch ist es in Ägypten zu weiteren Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten gekommen. Dabei kam in Alexandria ein 38-jähriger Mann ums Leben. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurde er von einer Kugel am Kopf getroffen. In der Hauptstadt Kairo verharrten trotz Zugeständnissen des Militärs, die Macht bis Mitte nächsten Jahres an eine ziviele Regierung zu übergeben, in der Nacht Tausende auf dem Tahrir-Platz. In den Seitenstraßen kam es zu Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. ...


Foto: taz.de/reuters

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.11.2011 10:32.
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