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Atomenergie verstößt gegen Grundgesetz. Klagen von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zurückweisen

von polis am 31.03.2011 14:48




Röttgen darf Debatte um AKW-Sicherheit nicht auf technische Fragen verengen. Atomenergie verstößt gegen Grundgesetz. Klagen von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zurückweisen

Berlin (rdp/ots) - "Bundesumweltminister Norbert Röttgen darf sich nicht daran beteiligen, die Sicherheitsrisiken der deutschen Atomkraftwerke auf technische Detailfragen zu reduzieren. AKW-Sicherheitschecks auf ihre Anfälligkeit gegenüber Erdbeben, Hochwasser, Terrorattacken oder Flugzeugabstürzen werden nichts daran ändern, dass die Atomkraft eine Technologie mit inakzeptablen Risiken ist. Der Betrieb von Atomkraftwerken verstößt gegen das Grundgesetz, sie müssen alle stillgelegt werden, schnellstmöglich", sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu den heute von der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) vorgeschlagenen Kriterien zur Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke.

Der BUND-Vorsitzende forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, dem wachsenden Druck der Atomkraftbefürworter und der AKW-Betreiber standzuhalten. Röttgen und Merkel müssten mögliche Schadenersatzklagen von Seiten der Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall oder EnBW unter Berufung auf das "Kalkar-Urteil" des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) von 1978 klar zurückweisen. Das "Kalkar-Urteil" verlange ausdrücklich die umfassende Berücksichtigung aller, insbesondere aller neuen Erkenntnisse zu den Risiken der Atomenergienutzung. Der Fukushima-GAU habe zu solchen Erkenntnissen geführt. "Die beste Antwort der Bundesregierung auf die Drohgebärden der Stromkonzerne gegen das AKW-Moratorium ist die schnelle und endgültige Stilllegung der Anlagen", sagte Weiger.

Auch in Deutschland seien Ausfälle an Notstromaggregaten und andere schwer oder unbeherrschbare Störfälle jederzeit möglich. Die Atomkraft gefährde damit das verfassungsmäßige Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung. Spätestens seit den Ereignissen in Japan sei die Atomenergie deshalb grundgesetzwidrig.

"1978 hat das Bundesverfassungsgericht der Atomkraft bescheinigt, gerade noch solange verfassungskonform zu sein, wie ihr Gefährdungspotenzial lediglich vorstellbar ist. Fukushima hat gezeigt, dass ein Atom-GAU nicht länger Phantasie ist. Die Katastrophe ist eingetreten, leider. Und das bekanntlich nicht zum ersten Mal. Das Restrisiko wird wieder eintreten. Die Atomkraft steckt voller Risiken und Restrisiken und verstößt damit gegen das Grundgesetz", sagte Weiger.

Der Gesetzgeber sei verpflichtet, die AKW-Betriebsgenehmigungen sofort zu widerrufen und den Beschluss zum endgültigen und schnellstmöglichen Atomausstieg zu fassen, so der BUND-Vorsitzende. Das geeignete Instrument dafür sei ein Atom-Sofortausstiegsgesetz. Eine sichere Energieversorgung könne über mehr Energie-Effizienz und mit dem schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien gewährleistet werden.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.03.2011 14:49.

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"Wie der Herr, so das Gescherr"

von polis am 31.03.2011 14:35




Ulrich Maurer zu Rechnungshof-Kritik an Ministerien: Wie der Herr, so das Gescherr


Maurer

Berlin (rdp/ots) - "Wie der Herr, so das Gescherr. Ähnlich wie die Bundesregierung ist auch die Arbeitsebene in den Ministerien scheinbar überfordert und nicht mehr in der Lage, einigermaßen ordentliche Arbeit abzuliefern", so Ulrich Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, zur Kritik des Bundesrechnungshofs, wonach in den Bundesministerien immer mehr Aufträge an Anwaltskanzleien und externe Beratungsunternehmen vergeben werden. Maurer weiter:

Aufgrund eigener Unfähigkeit oder Unlust werden von der Arbeitsebene Steuergelder einfach so verbrannt. In den Ministerien sitzen hochbezahlte Beamte, die scheinbar überfordert sind. Ich erwarte von den betroffenen Ministerien Aufklärung über diese nicht hinnehmbaren Missstände. Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch die Frage, aufgrund welcher Beziehungen zwischen Ministerien und Beratungsunternehmen und unter welchen Bedingungen diese Aufträge vergeben werden."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.03.2011 14:36.

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Friedrich scheitert!

von redaktion am 31.03.2011 11:12




Friedrich scheitert!
von polis-Gastautor Philipp Freiherr von Brandenstein


von Brandenstein

Die Erosion der schwarz-gelben Bundesregierung hat sich in den letzten Wochen und Tagen weiter beschleunigt. Bundesinnenminister Friedrich hat den jüngsten Beitrag hierzu geliefert. Nach nur einer einzigen Islamkonferenz kündigten führende Vertreter der muslimischen Deutschen an, aus der Veranstaltung auszusteigen, da sie den Minister in dieser Thematik als nicht diskursfähig ansehen.

Tatsächlich war Friedrichs erste Islamkonferenz eine glatte Themaverfehlung. Statt über die „Einbürgerung des Islam auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes“ (so Cem Özdemir) zu debattieren, trug Friedrich den muslimischen Deutschen eine „Sicherheitspartnerschaft“ zur Terrorabwehr an.

Damit vermischte der Minister nicht nur in unbotmäßiger Weise Sicherheits- und Integrationspolitik. BM Friedrich unterstellte mit dem Vorstoß auch implizit, dass eine solche Partnerschaft zwischen Behörden und Muslimen bisher eben nicht bestanden habe. Das ist nicht nur missverständlich, sondern zudem nachweislich falsch. (vgl. http://dontyoubelievethehype.com/2011/03/friedrichs-forderung-der-sicherheitspartnerschaft-ist-kalter-kaffee/). Friedrich und seine Beamten im BMI kennen offenbar nicht einmal die Aktenlage der eigens einberufenen Islam-Konferenz.

Das Angebot offenbart demnach nicht nur eine peinliche Ignoranz, sondern auch ein tief verwurzeltes Misstrauen gegen die eigenen Landsleute muslimischer Konfession. Schlimmer noch: Hier manifestiert sich ein Generalverdacht gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe, Islamismus und letztlich sogar terroristische Aktivitäten zu verharmlosen und zu dulden.

Der fragwürdige Vorstoß Friedrichs, der von der Mehrheit der Angesprochenen zurecht als vergiftetes Angebot wahrgenommen wurde, war leider nicht einmal sehr kreativ. Vielmehr wurde die Initiative von Tea-Party-Aktivisten schlicht abgekupfert (vgl. The Economist, Lexington „ Muslims and McCarthyism“, 10. März 2011).

Die Ambivalenz und unmissverständliche Missverständlichkeit des Angebots einer „Sicherheitspartnerschaft“ war trotz der erst kurzen Amtszeit des Ministers kein Einzelfall, sondern folgt vielmehr einem Schema, das sich bei Friedrich schon seit seinem Amtsantritt verfolgen lässt.

Bereits auf der Pressekonferenz zu seiner Amtseinführung brachte der Oberfranke sich bei vielen Mitbürgern ohne jede erkennbare Not in Misskredit, indem er in den Raum warf: "Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache – die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt".

Eigentlich musste einem der neue Bundesinnenminister an dieser Stelle fast ein wenig leid tun. Es wirkte fast schon anrührend, wie sich Hans-Peter Friedrich in der Folge seiner verschwurbelten Einlassung leidend in seinem eigenen Wortsalat wand. Ausgerechnet der akribische Jurist Friedrich wagte seinen rhetorischen Vorstoß, ohne den Wahrheits- und Sinngehalt seiner Einlassungen überhaupt überprüft zu haben. Nachdem er dies selbst bemerkt hatte, relativierte er seine Einlassungen und beteuerte umgehend, er habe seine (in diesem Kontext ja eigentlich ziemlich unmissverständlichen) Äußerungen gar nicht so gemeint, nur um genau diese nur Tage später schließlich doch fast wortgleich zu wiederholen.

Der Grund dafür, dass sich Friedrich fortwährend in seinen eigenen Formulierungen verheddert, liegt darin begründet, dass diese fragwürdigen Einlassungen eben gar nicht seinen eigenen Formulierungen sind. Zu eindeutig tragen die Leitkulturphrasen das Markenzeichen Seehofers und Dobrindts.

Der Druck auf Friedrich, sich derart einzulassen, kam aus München. Es war entlarvend, dass der frisch gebackene Minister Friedrich seine erste und verhängnisvolle Pressekonferenz an der Seite Seehofers bestreiten musste, der gestreng über die Erklärungen des Ministers wachte.

Denn islamophobe Ressentiments zu pflegen und die Leitkultur zu predigen, ist die erkennbare Anforderung, die Seehofer an seine Minister stellt. Der Vorsitzende einer mittlerweile von nackter Todesangst heimgesuchten CSU hat sein Thema gefunden und will es auf allen Ebenen umgesetzt wissen. Islamophobie kann als emotionaler Kampagnenbaustein verwendet werden, liegt dank Sarrazin auch in der Mitte der Gesellschaft voll im Trend und lenkt vom eigenen Versagen ab (z.B. Bayern LB). Zudem belastet xenophober Rechtspopulismus die maroden Haushalte (wieder BayernLB) zumindest nicht so direkt und unmittelbar wie der nach höheren Sozialtransfers schreiende Linkspopulismus.

Doch der von Haus aus seriöse und für heutige CSU-Verhältnisse ausgesprochen rationale lutherische Christ Friedrich ist eben kein geborener Demagoge. Er kann und will diese Rolle eigentlich nicht spielen. Friedrich beherrscht die niederträchtige Methodik der Ausgrenzung nicht. Im Gegensatz zu Seehofer ist er zu skrupulös. Im Gegensatz zu Dobrindt zu gebildet. So sitzt Friedrich nun zwischen allen Stühlen: Den CSU-Hardlinern, die sich noch stärkere Worte wünschen, und den muslimischen Deutschen, für die er sich als Gesprächspartner wohl endgültig disqualifiziert hat.

Friedrich ist damit nicht nur an den fragwürdigen Anforderungen seiner politischen Formation gescheitert, sondern auch den Anforderungen seines Amtes. Er ist somit schon nach wenigen Wochen zu einer weiteren Belastung für die Koalition geworden.

Diese Fehlbesetzung ist auch Angela Merkel anzulasten, denn das Innenministerium ist nicht mehr wie in den 80ern ein reines Polizeiministerium für law-and-order-Politiker, sondern ein Verfassungsministerium, dem faktisch auch der gesamte Themenkomplex Integration unterstellt ist. Die Entscheidung, ein solches Ressort ausgerechnet einem Vertreter der sich zunehmend rechtspopulistisch gerierenden CSU zu überlassen, demonstriert fehlenden politischen Instinkt und analytische Unvermögen.

So ist auch die missglückte Personalie Friedrich ein Indiz dafür, dass sich Merkels Kreativität und Problemlösungsfähigkeit (und wohl auch ihre Autorität) bereits sichtbar erschöpft haben. Ein aktionsfähiger Kanzler hätte den Bereich Integration aus dem Bereich des BMI herausgelöst und ein neu zu schaffendes Integrationsministerium einem berufenen Kandidaten, wie z.B. dem Liberalen Philipp Rösler, angetragen, der im Gegensatz zu Friedrich wenigstens für 5 Pfennig Glaubwürdigkeit bei seinen Gesprächspartnern hätte beanspruchen können. Doch ein solches Ministerium hätte auch eingefordert werden müssen. Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass gerade die eigentlich per definitionem republikanische und bürgerrechtsbewegte FDP hierfür nicht den Bekennermut und die Kraft gefunden hat.

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Der Autor diente ab Anfang 2007 als Chief-of-Staff von Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin. Diesem folgte Brandenstein Ende 2008 als Leiter Strategie und Kommunikation in die Landesleitung der CSU. In dieser Funktion - verantwortlich für die Kampagnenführung der CSU - erstellte Brandenstein ein vertrauliches Strategiepapier, in welchem er gegen eine "Anti-Türkei-Kampagne" der CSU bei den Europawahlen 2009 Stellung nahm. Inzwischen ist Philipp von Brandenstein aus der CSU ausgetreten.

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Kelek unterstützt Innenminister Friedrich

von redaktion am 31.03.2011 10:47




Islamkonferenz Islam-Kritikerin Kelek unterstützt Innenminister Friedrich


Kelek

Halle/Berlin (rdp/ots) - Die türkisch-stämmige Islam-Kritikerin Necla Kelek hat eine Fortsetzung der Islamkonferenz gefordert und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gegen Kritik wegen seiner Äußerung in Schutz genommen, wonach die Muslime zu Deutschland gehörten, der Islam aber nicht. "Die Islamkonferenz ist hilfreich und sehr wichtig für die Auseinandersetzung von Islam und Gesellschaft - und für die Debatte unter den Muslimen", sagte sie der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe). "Denn allein haben sie diese Debatte bisher nicht hinbekommen. Die Debatte dürfen wir nicht abbrechen. Wir müssen weitermachen." Kelek fügte hinzu, die Unterscheidung des Ministers zwischen dem Islam und den Muslimen sei "legitim. Die Muslime sind selbst herausgefordert, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob und in welcher Weise der Islam mit europäischen Werten vereinbar ist. Das müssen sie klären, nicht der Innenminister." Dabei gehe es nicht zuletzt um die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, hatte die Muslime zuvor zu einem Boykott der Konferenz aufgerufen, so lange Friedrich sie leite. Er missbrauche die Teilnehmer, um sein eigenes politisches Profil als Hardliner zu schärfen, erklärte sie.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.03.2011 10:48.

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Kleine Gruppen - polis-Presseschau

von redaktion am 31.03.2011 09:43




Presseschau vom 31.03.2011



Rebellen versuchen, die Stellungen östlich von Brega zu halten.
Unterstützt werden sie offenbar von der CIA.


Kleine Gruppen

Bereits seit mehreren Wochen sollen „kleine Gruppen“ von CIA und britischem Geheimdienst in Libyen operieren und die Luftangriffe der Alliierten vor Ort unterstützen. Während Gaddafis Truppen teilweise erfolgreich Territorium zurückgewinnen, hat sich der libysche Außenminister Mussa Kussa nach London abgesetzt.





fr-online.de

Rebellen zurück in Al-Brega

Neue Luftangriffe auf Tripolis +++ Gaddafis Truppen legen angeblich Landminen +++ Uganda würde Asyl-Antrag Gaddafis prüfen +++ Syrien laut Assad "Opfer einer ausländischen Verschwörung" +++ Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker …




spiegel.de

Obama schickt CIA an die Libyen-Front

Trotz der internationalen Luftangriffe werden Libyens Rebellen immer wieder von Gaddafis Soldaten zurückgeworfen - die entscheidende Hilfe könnten nun Geheimdienste liefern: Sowohl die amerikanische CIA als auch britische Agenten operieren bereits vor Ort. Schickt der Westen bald auch Waffen? …




taz.de

US-Geheimdienst unterstützt Rebellen

… Überraschend hat sich am Mittwoch der libysche Außenminister Mussa Kussa nach Großbritannien abgesetzt. Er wolle dem Regime von Muammar al Gaddafi  in Tripolis nicht länger dienen, ließ er mitteilen. Und nach einem ersten Streit innerhalb der Nato über mögliche Waffenlieferungen an die Rebellen kamen aus Washington Berichte, dass Geheimdienstagenten aus den USA und Großbritannien sowie Kommandotruppen die Aufständischen bereits direkt unterstützen. …




sueddeutsche.de

US-Bericht: CIA-Spione unterstützen Rebellen in Libyen

Offiziell greifen die USA nur mit Kampfjets in den Krieg in Libyen ein. Laut "New York Times" operieren auch amerikanische und britische Geheimdienstagenten in Libyen, um die Rebellen im Krieg gegen Gaddafi zu unterstützen. Der Diktator muss indes einen Rückschlag hinnehmen: Sein Außenminister ist nach London geflohen. ...

Foto: taz.de/reuters

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Kein Aprilscherz: Bundesregierung sub-ventioniert ab dem 1. April Dieselstinker

von redaktion am 30.03.2011 11:58




Kein Aprilscherz: Bundesregierung sub-ventioniert ab dem 1. April Dieselstinker

Berlin (rdp/ots) - Durchschnittlich 25 Euro Steuernachlass für ungefilterte Diesel-Pkw pro Jahr trotz gegenteiliger Beteuerungen aus dem Bundesumweltministerium - Norbert Röttgen zieht gegen Betonfraktion aus CDU/CSU und Autolobby den Kürzeren - Deutsche Umwelthilfe fordert neue Malussteuer für alle ungefilterten Dieselfahr¬zeuge - Einnahmen vollständig für die Förderung der Partikelfilternachrüstung verwenden

Es klingt wie ein schlechter Aprilscherz: Zum 1. April senkt die Bundesregierung die Kfz-Steuer ausgerechnet und ausschließlich für gesundheitsgefährdende Diesel-Pkw ohne Partikelfilter. Die Bundesregierung wickelt trotz zunehmender Proteste der Bürger gegen ihre falsche Energie- und Klimaschutzpolitik damit nun auch die Luftrein¬haltepolitik der letzten zwanzig Jahre ab: Eine seit 2006 geltende Malussteuer in Höhe von 1,20 Euro pro 100 cm³ Hubraum für Dieselstinker läuft ersatzlos aus - trotz gegenteiliger Beteuerungen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der mehrfach angekündigt hatte, sich für eine Verlängerung der Malusregelung über den 1. April 2011 hinaus einzusetzen. Damit konnte sich Röttgen einmal mehr nicht gegen seinen Parteifreund, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie Teilen der CDU/CSU Fraktion durchsetzen.

Mit der aktuellen Entscheidung verabschiedet sich die schwarz-gelbe Koalition komplett von ihrem Anspruch das schwerwiegendste Luftreinhalteproblem in Deutschland einzudämmen. Denn schon zum Jahreswechsel hatte die Bundesregierung die finanzielle Förderung der Nachrüstung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit Dieselpartikelminderungssystemen eingestellt. Mit dem doppelten Wegfall von Nachrüstförderung und Strafsteuer für Dieselstinker entzieht die Bundesregierung den von Feinstaub und NOx geplagten Ländern und Kommunen das wichtigste Instrument zur Einhaltung der EU-Luftreinhalterichtlinie. Stattdessen setzt die Koalition absurderweise finanzielle Anreize für den Kauf ungefilterter Diesel-Pkw.

"Diese faktische Steuersubvention für ungefilterte Dieselstinker ist so als würde man die Tabaksteuer für ungefilterte Zigaretten streichen. Norbert Röttgen wickelt unter dem Druck der Hardliner seiner Partei, des ADAC und der Autoindustrie die seit zwanzig Jahren parteiübergreifend praktizierte Luftreinhaltepolitik seiner Vorgänger ab", sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH), Jürgen Resch. Er erinnerte daran, dass es stets ein erfolgreich praktiziertes Lenkungsinstrument bei der Luftreinhaltung in Deutschland war, schmutzige Motoren über die Kfz-Steuer zu belasten, und im Gegenzug mit den Mehreinnahmen Nachrüstungen zu fördern oder saubere Neufahrzeuge zu begünstigen. Resch: "Es ist eine Premiere: Unter dieser Bundesregierung wird erstmals die Steuer für besonders schmutzige Fahrzeuge gesenkt."

Die "Rückabwicklung der Luftreinhaltepolitik" gehe zu Lasten der Gesundheit der von Feinstaubbelastungen besonders betroffenen Millionen Menschen, die an verkehrsreichen Straßen in den deutschen Ballungsräumen wohnen. Völlig unverständlich werde die Kehrtwende der Bundesregierung, weil die EU-Kommission empfindliche Strafzahlungen gegen Mitgliedstaaten angekündigt habe, die die geltenden Grenzwerte der Feinstaubbelastung weiter überschreiten. Davon seien auch zahlreiche deutsche Kommunen betroffen. Während sich dutzende von Städten bemühen, mit der Einrichtung von Umweltzonen und anderen verkehrspolitischen Maßnahmen die Belastung einzudämmen und die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu schützen, lässt die Bundesregierung jegliche Form der Unterstützung auslaufen. "Bei den Verhandlungen mit Brüssel über die Höhe von Strafzahlungen dürfte es der Bundesregierung und insbesondere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schwerfallen, das kontraproduktive Vorgehen zu begründen", erklärte Resch.

Die DUH hatte im letzten Jahr wiederholt moniert, dass die zwischen 2006 und 2010 mit der Malussteuer eingenommenen Mittel nicht wie vorgesehen für Gesundheits- und Klimaschutz eingesetzt wurden, sondern zur Hälfte der Haushaltssanierung zugeführt worden waren. Zum Jahresende 2010 stellte die Bundesregierung dann die Förderung der Nachrüstung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit Dieselrußfiltern ganz ein. "Bis Ende 2010 wurden nicht wie versprochen 1,5 bis 2 Millionen Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter nachgerüstet, sondern nur weniger als die Hälfte. Auch deshalb ist die Verbesserung der Luftqualität in den Umweltzonen nicht so vorangekommen wie ursprünglich erhofft. Die DUH fordert eine neue Malusbesteuerung für alle ungefilterte Diesel-Pkw und Nutzfahrzeuge", so Resch.

Dieselruß verursacht Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen. Allein in Deutschland sterben nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich etwa 70.000, in der EU insgesamt eine halbe Million Menschen vorzeitig infolge von Feinstaubbelastungen. Daneben verstärken Dieselruß-Emissionen auf der Nordhalbkugel auch den Klimawandel, weil sie sich insbesondere auf dem arktischen Eis und den Hochgebirgsgletschern als "Grauschleier" niederschlagen und so die Eisschmelze beschleunigen.

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Asylrecht: Union warnt vor Aushebelung der deutschen Drittstaatenregelung

von redaktion am 30.03.2011 11:45




Asylrecht: Union warnt vor Aushebelung der deutschen Drittstaatenregelung

Halle/Berlin (rdp/ots) - Innenpolitiker von CDU und CSU haben die Europäische Kommission vor einer geplanten Liberalisierung des Asylrechts und einer Aushebelung der deutschen Drittstaatenregelung gewarnt, der zufolge hierzulande kein politisch Verfolgter Asyl beantragen kann, der sich zuvor in einem sicheren Drittstaat aufgehalten hat. Das berichtet die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe).

Nach Angaben der Unionspolitiker arbeitet die Kommission an Neufassungen der Asylverfahrensrichtlinie und der Asylanerkennungsrichtlinie mit entsprechenden Auswirkungen auf die Mitgliedsländer. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte dem Blatt mit Blick auf das mögliche Ende der Drittstaatenregelung: "Das ist der Kern unserer Besorgnis." Der CDU-Innenexperte Reinhard Grindel erklärte: "Wenn das kommt, heißt das, dass Italiener, Griechen oder Spanier Flüchtlinge wieder durchwinken, weil sie nicht davon ausgehen müssen, dass wir Leute ohne Rechtsbehelf aus einem sicheren Drittstaat zurückschicken können. Sie sollen künftig sogar noch drei Folgeanträge stellen können - und dies selbst dann, wenn sie zwischenzeitlich untergetaucht waren. Das sind abenteuerliche Vorstellungen." Sie bedeuteten das Aus für die Grundgesetzänderung von 1993, die die Drittstaatenregelung beinhaltete.

Unabhängig von den Plänen seien die Asylbewerberzahlen in den vergangenen Monaten schon wieder deutlich gestiegen, so Grindel. die Aus einem Brief der CSU-Europaabgeordneten Monika Hohlmeier an Innenpolitiker in Bund und Ländern geht hervor, dass Asylbewerber nach den Kommissions-Plänen schon dann nicht mehr zurückgeschickt werden könnten, wenn der Herkunftsstaat nicht in der Lage ist, sie vor Verfolgung zu schützen; bisher muss eine individuelle Verfolgung nachgewiesen werden. Die Rückführung eines politischen Flüchtlings soll zudem dann nicht möglich sein, wenn keine politische Verfolgung festgestellt wurde, der Flüchtling aber in Deutschland nachträglich Gründe für eine Verfolgung schafft, in dem er etwa gegen die politische Führung seines Heimatlandes protestiert. Zu guter Letzt sollen Asylbewerber fortan Zugang zum Arbeitsmarkt und allen sozialen Leistungen haben. Auch soll der Kreis der Familienangehörigen, den sie nachholen können, erweitert werden.

Hohlmeier warnt in dem Brief nicht zuletzt mit Blick auf die Situation in der arabischen Welt vor einer Zunahme der Flüchtlingsströme und steigenden Kosten auch in Deutschland. Es handele sich um "Besorgnis erregende Entwicklungen", schreibt sie.

Das Bundesinnenministerium ist nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" in die Vorgänge eingeschaltet. Der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder (CDU) hat die Aufgabe, sich um die Pläne und ihre Konsequenzen für Deutschland zu kümmern.

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Ischinger fordert einen politischen Friedensplan für Libyen.

von redaktion am 30.03.2011 11:27




Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger fordert einen politischen Friedensplan für Libyen.


Ischinger

Essen/Berlin (rdp/ots) - Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, fordert einen politischen Friedensplan für Libyen. "Die Koalition würde einen großen Fehler machen, wenn sie sich allein auf militärische Ziele konzentrieren würde", sagte Ischinger der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Essen, Mittwochsausgabe). Ein Friedensplan "wäre ein Vehikel, um nicht zuletzt auch die arabischen Staaten bei der Stange zu halten, die ein starkes Interesse an einem solchen Plan haben, um die Stabilität in Libyen und damit auch der Region zu garantieren". Zu einem solchen Plan könnte "sogar die deutsche Bundesregierung aktiv beitragen, trotz ihres Abseitsstehens bei der militärischen Intervention", so Ischinger weiter. Der Außen- und Sicherheitspolitik-Experte warnte zugleich vor einem Auseinanderbrechen der Allianz: "Die erfreuliche Koalition zwischen Arabischer Liga und dem Westen wird mit jedem Tag, den der Einsatz länger dauert, zerbrechlicher. Der Westen wird einsamer." Zudem warb Ischinger dafür, Machthaber Muammar el Gaddafi den Gang ins Exil zu ermöglichen. Als hinderlich sieht Ischinger dabei die Drohung an, den Diktator vor den internationalen Strafgerichtshof zu bringen: "Die Aussicht, dass er im Fall seines Sturzes vor einem Richter in Den Haag endet, könnte ihn dazu bringen, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 30.03.2011 11:42.

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Denunziation statt Integration - polis-Presseschau

von redaktion am 30.03.2011 08:50




Presseschau vom 30.03.2011



Islamkonferenz: Kritik an Innenminister Friedrich


Denunziation statt Integration

Bundesinnenminister Friedrich verprellt mit seinem Sicherheitskonzept die muslimischen Teilnehmer der Islamkonferenz. Seine Vorstellungen zur „Sensibilisierung“ von Familien, Gemeinden und Vereinsmitgliedern zur Terrorabwehr, sei die Aufforderung zur Einführung einer Denunziationskultur unter Muslimen.





fr-online.de

Eklat bei Islamkonferenz

… Gerade war die Empörung über seine Islam-Äußerungen etwas verebbt, da sorgt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) mit einer neuen Initiative für Ärger. Mit einer „Sicherheitspartnerschaft“ mit den Muslimen will Friedrich gegen die Radikalisierung von Jugendlichen vorgehen. …




faz.net

Unmut über Friedrichs „Sicherheitspartnerschaft“

… Nach gut einer Stunde hatte auch Annette Schavan genug. Genervt zog die Bildungsministerin die Augenbrauen nach oben, als Hans-Peter Friedrichs abermals versuchte zu erklären, warum Muslime seiner Meinung nach zu Deutschland gehörten, nicht aber der Islam. Auch dem Innenminister riss am Schluss der Geduldsfaden. „Passen Sie mal auf“, raunzte er die Fragestellerin an, die wissen wollte, warum er seine zum Amtsantritt gemachten Äußerungen über Muslime in Deutschland nicht zurücknehmen wollte. „Ich habe nichts gesagt, was falsch ist, darum habe ich auch nichts zurückgenommen.“ …




spiegel.de

SPD ruft Muslime zu Boykott der Islamkonferenz auf

… Die SPD forderte alle Muslime auf, sich künftig nicht mehr an der Islamkonferenz zu beteiligen. "Die Muslime sollten nicht mehr an der Islamkonferenz teilnehmen, bis ein anderer die Leitung übernimmt", sagte die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, dem "Hamburger Abendblatt". Friedrich missbrauche die Teilnehmer der Islamkonferenz, um sein eigenes politisches Profil als Hardliner zu schärfen. "Ich halte ihn für die absolute Fehlbesetzung in seinem Amt", sagte Özoguz. …




taz.de

Minister verschreckt Muslime

… Mit einer verstärkten Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden und islamischen Gemeinden will der Innenminister verdeckte Dschihadisten leichter identifizieren können. Dazu müsse man stärker als bisher in das gesellschaftliche Umfeld gehen, sagte Friedrich Mitte März. Die "Familien, Glaubensbrüder und Vereinskameraden" potenzieller Attentäter müssten sensibilisiert werden. ...




sueddeutsche.de

Die Islamkonferenz und das Denunziantentum

... Um verdeckte Dschihadisten aufzuspüren und Anschläge zu verhindern, will Innenminister Hans-Peter Friedrich eine "Sicherheitspartnerschaft" zwischen deutschen Behörden und muslimischen Gruppen ins Leben rufen. "Eine Frechheit" und "wenig integrationsförderlich" sagen Muslime und Grüne. Ein unerhörter Vorwurf steht nun im Raum. ...

Foto: sueddeutsche.de

Antworten Zuletzt bearbeitet am 30.03.2011 08:51.

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Wowereit: Friedrich instrumentalisiert die Islamkonferenz

von polis am 29.03.2011 18:15




Wowereit: Friedrich instrumentalisiert die Islamkonferenz


Wowereit

Zu dem Vorgehen des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich bei der heutigen Islamkonferenz erklärt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit:

Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist noch nicht in seinem Amt angekommen. Statt den Dialog zu suchen, zerschlägt er weiteres Porzellan und zerstört Vertrauen. Der Versuch, die Deutsche Islamkonferenz als Hilfsorgan der Ermittlungsbehörden zu instrumentalisieren, ist perfide. Anstatt zusammenzuführen, hat er bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Irritationen ausgelöst.

Er nimmt der Islamkonferenz die Grundlage: den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch interkulturellen Dialog und Austausch zu fördern und so die Integration zu stärken. Hans-Peter Friedrich stellt in alter CSU-Parteitradition alle Muslime unter Generalverdacht.

Die organisatorische Anbindung und Betreuung der Islamkonferenz an die Abteilung Öffentliche Sicherheit des Innenministeriums ist falsch. Um weiteren Schaden zu vermeiden sollte die Kanzlerin die Islamkonferenz analog zur Integrationskonferenz ins Kanzleramt holen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.03.2011 18:19.
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