Schwarz-Gelb diskriminiert Lebenspartnerschaften weiter

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polis
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Schwarz-Gelb diskriminiert Lebenspartnerschaften weiter

von polis am 04.10.2010 10:56




Dittmar: Schwarz-Gelb missachtet das Bundesverfassungsgericht und diskriminiert Lebenspartnerschaften weiter


Dittmar

Berlin (rdp). In der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften im Einkommenssteuerrecht (Bundestags-Drucksache 17/3009) verweigert die Bundesregierung Schwulen und Lesben weiter die vollständige Gleichstellung. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Lesben und Schwule in der SPD Ansgar Dittmar erklärt hierzu:

Alle warmen Worte nutzen nichts: Immer wenn es ernst wird und Schwarz-Gelb die Chance hat, wirklich etwas für die Gleichstellung und Anerkennung für homosexuelle Paare zu tun, zeigt die Regierung ihr wahres Gesicht und manifestiert ihre diskriminierende Haltung gegenüber der eingetragenen Lebenspartnerschaft.

2009 hat das Bundesverfassungsgericht eindeutig klargestellt, dass der Gesetzgeber Gleiches auch gleich zu behandeln habe und hat explizit für das Erbschaftsrecht die vollständige Gleichstellung gefordert. Die vollständige Gleichstellung muss in allen Bereichen schnell und umfassend umgesetzt werden. Dies gilt für das Steuerrecht genauso wie für das Adoptionsrecht. Es gibt keinen Grund, warum die eingetragene Lebenspartnerschaft gegenüber der Ehe in irgendeiner Form weiter benachteiligt werden sollte.

CDU/CSU und FDP allerdings führen die absurde Begründung an, dass “das Ehegattensplitting und die Förderung der Ehe insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern“ die Diskriminierung rechtfertige. Die Bundesregierung verkennt damit nicht nur die tatsächliche Realität der zahlreichen Regenbogenfamilien lesbischer und schwuler Paare in diesem Land, sondern diskriminiert mit dieser Begründung gleich doppelt. Mit der von Schwarz-Gelb gewollten
Diskriminierung im Adoptionsrecht rechtfertigt die Regierung die Diskriminierung im Einkommenssteuerrecht.

Besonders enttäuschend ist hierbei die Rolle der FDP, die die Wähler mit ihren Sonntagsreden über Gleichstellung hinters Licht führt, denn in der Regierung haben sie nichts von ihren Wahlversprechen umgesetzt. Auf den CSDs hieß es „Versprochen gehalten“. Vielmehr muss es heißen „Versprochen gebrochen“. Aber für liberale Gleichberechtigungspolitik ist zwischen Hotel und Lobby wohl kein Platz."

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phantadu

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Re: Schwarz-Gelb diskriminiert Lebenspartnerschaften weiter

von phantadu am 04.10.2010 12:53

Persönliche Meinung:
Diese Diskussion wird angesichts leerer Staatskassen nur eines bewirken: Das Ehegattensplitting wird auf Druck der Homosexuellen vermutlich bald ganz abgeschafft werden. Ich persönlich hab da nichts dagegen. Steuervergünstigungen nur an Kinder zu koppeln, macht Sinn, solange Kinder und pflegebedürftige Personen zu versorgen sind und öffentliche Angebote an Betreuung aus Kostengründen Mangelware sind. Wenn jetzt aber gleichgemacht wird, was naturgegeben niemals gleich sein kann, wird das eh längst überholte Ehegattensplitting völlig ad absurdum geführt. Na dann...
Baut mal schön Betreuungsplätze aus und schafft Arbeitsplätze von denen man Kinder auch angemessen ernähren kann. Vergesst nicht, dass Kinder immer mehr zum Armutsrisiko werden und eine Gesellschaft, die ihre Nachkommen nicht als Priorität ansieht, sondern primär Egoismen (mehr ist das nicht!) befriedigen will, baut die Zukunft auf Sand. Die Konservativen mit ihrem doch eher noch antifeministischen Familienbild werden sich warm anziehen müssen, denn angesichts der Tatsache, dass unverheiratete Paare (nicht nur mit Kindern) inzwischen bis auf den Steuervorteil den Eheleuten gleichgestellt wurden, (siehe Hartz-4, Unterhalt, automatisch geteiltes Sorgerecht und Aufkommen im Pflegefall etc...) hat die Ehe als solchen sowieso keinen Wert mehr für die Gesellschaft. Die Staatskassen sind nun mal völlig überschuldet und es wird sicher eher noch weiter eingespart... Das aber vermutlich zum Nachteil der Mütter, die nach Erziehungszeiten schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weniger Rentenanspruch und Zwang zur Teilzeit haben, da oft Kinderbetreuung mit Arbeitszeiten inkompatibel, und Kinder nun mal eine große Verantwortung und enorme zusätzliche Aufgabe sind... Die Leistung der dreifach belasteten Eltern (oft alleinerziehend) ist völlig unterbewertet.
Also, wenn schon alle nach Gerechtigkeit rufen: Weg mit dem überholten Ehegattensplitting, und finanzieller Fokus auf Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen!

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