Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

[ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


polis
Administrator

38, Männlich

administratoren

Beiträge: 1244

Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

von polis am 13.12.2010 11:02




Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu


Jelpke

Berlin (rdp). „Die Bundesregierung räumt ein, dass bei Anwendung von Pfefferspray gravierende Gesundheitsbeeinträchtigungen möglich sind, will aber keine Konsequenzen daraus ziehen. Das ist die pure Kaltschnäuzigkeit“, so Ulla Jelpke zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum Einsatz von Pfefferspray (17/3942). Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

Zwar weigert sich die Regierung, Berichte aus dem In- und Ausland über Todesfälle infolge von Pfefferspray-Einsatz zur Kenntnis zu nehmen, an die Ungefährlichkeit des Mittels glaubt sie aber selbst nicht: Ausdrücklich werden ‚Einzelrisiken’ eingeräumt. ‚Bei bestimmungsgemäßer Exposition von gesunden Personen sind in der Regel keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zu erwarten’, lautet es in der Antwort. Damit bestätigt die Bundesregierung verklausuliert, dass kranke Personen sowie Menschen, die unter dem Einfluss von Psychopharmaka oder Drogen stehen, sehr wohl gefährdet sind. Doch dieses Risiko nimmt sie in Kauf.

Für die Bundesregierung sei ‚die entscheidende Frage nicht, ob bei einem kleinen Prozentsatz der Fälle eine gravierende Gesundheitsbeeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann’, sondern ob bei einem Verzicht auf Pfefferspray womöglich noch stärkere Waffen eingesetzt werden müssen, wie etwa Schlagstöcke. Das ist die pure Kaltschnäuzigkeit. Demonstranten, die wie in Stuttgart einen Park besetzen oder wie beim Castor-Transport ein Bahngleis, darf man weder einem potentiell hochgefährlichen Reizstoff aussetzen, noch darf man mit Schlagstöcken auf sie einprügeln. Beides widerspricht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, da eine Blockade auch durch Wegtragen beendet werden kann.

Berichte aus dem Ausland bestätigen, dass es bei gesundheitlich vorbelasteten Menschen sowie bei Personen, die unter dem Einfluss von Beruhigungsmitteln oder Drogen stehen, bereits Todesfälle nach Pfefferspray-Einsätzen gegeben hat.

Da die Bundesregierung selbst dieses Risiko kennt, den massiven Pfefferspray-Gebrauch aber in keiner Weise einschränken will, nimmt sie damit den Tod von Menschen in Kauf. Das ist inhuman und verantwortungslos. Die Linksfraktion wird im Januar einen Antrag ins Parlament einbringen, der ein Verbot des Pfefferspray-Einsatzes fordert.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.12.2010 11:03.

phantadu

-, Weiblich

Beiträge: 723

Re: Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

von phantadu am 13.12.2010 11:40

Ich habe vor ein paar Wochen auf einer Gegendemonstration gegen Nazis selbst Pfefferspray abbekommen, das dem Vordermann direkt in die Augen gesprüht wurde. Meine Augen waren total rot und brannten noch am nächsten Tag. Ich möchte nicht wissen, wie es mir ergangen wäre, wäre ich zufällig vorne gestanden.
Anbei möchte ich erwähnen, dass mein Vordermann und auch niemand anderes in unserem Umfeld auch nur irgendetwas getan hat, was diese Körperverletzungen rechtfertigt. Wir riefen nur "Keine Macht den Nazis!" In dieser Demonstration befanden sich auch Ältere und Eltern mit teilweise sogar kleinen Kindern. Da wir ziemlich überraschend eingekesselt wurden, und nach dem Pfefferspraysprühen Panik ausbrach, wurden viele Menschen völlig unverhältnismäßig gefährdet. Da die Polizisten nicht identifizierbar waren und in voller Schutzausrüstung auf die Demonstranten losgingen, sehe ich die Staatsgewalt mehr als kritisch. Meiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung, wenn die Polizei Willkür treiben darf und die Bevölkerung keine Möglichkeit hat, sich zu wehren. Polizisten müssten unbedingt mit Nummer oder Kennzeichen versehen werden, damit man gegen Einzelne auch rechtlich vorgehen kann. Ansonsten verliert die Staatsgewalt zu Recht immer mehr an Vertrauen!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.12.2010 14:59.

Erzengel

46, Männlich

Beiträge: 83

Re: Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

von Erzengel am 15.12.2010 11:30

Ich bin der Meinung, das jeder Polizeibeamte eine Kennzeichnung braucht.Es gibt das Vermummungsverbot für Demonstranten. Das gleiche also auch für Polizei. Sonst sind die drausen aus der Demokratie, samt Innminister.

Antworten

Alter_Sack

67, Männlich

Beiträge: 69

Re: Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

von Alter_Sack am 15.12.2010 12:11

Ich wäre sogar dafür, in Internetforen nur unter dem Klarnamen auftreten zu müssen. Besonders in Hinblick auf das perfide Agieren rechtsextremer Zeitgenossen.

Antworten

polis
Administrator

38, Männlich

administratoren

Beiträge: 1244

Re: Bundesregierung gibt Gefährlichkeit von Pfefferspray zu

von polis am 15.12.2010 16:28

AS - das ist doch das Problem . Die Preisgabe von Daten erleichert es diesen Leuten ihre grundsätzliche Perfidität auszuleben. Das sind keine Diskutanten. Das sind zu einem erheblichen Teil Kriminelle! Mehr als 130 Tote im Laufe der letzten 20 Jahre aufgrund rechtextremistischer Gewalttaten sind traurigster Hinweis auf die Art und Qualität der"Auseinandersetzung" von Nazis mit "Andersdenkenden" oder "Andersseienden".

Antworten

« zurück zum Forum