Aufschwung der Profite und Leiharbeit
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Aufschwung der Profite und Leiharbeit
von redaktion am 24.01.2011 10:46
Aufschwung der Profite und Leiharbeit
von Michael Schlecht

Schlecht
Berlin (rdp). Letzte Woche haben wir es wieder einmal erlebt: Bei der Präsentation des
Jahreswirtschaftsberichtes jubelte Wirtschaftsminister Brüderle über den
"XL-Boom". Viele Menschen fragen sich: "Und was habe ich davon?"
Der Aufschwung ist vor allem ein Aufschwung der Profite. Die Unternehmer
haben 2010 ein Plus von mehr als 13 Prozent eingesackt. Die Herren der
Dax-Konzerne legen im gesamten Jahr sogar einen Anstieg um satte 210
Prozent hin!
Den Beschäftigen steht gerade einmal ein Plus von 2,2 Prozent ins Haus.
Zieht man davon die Preissteigerung von 1,8 Prozent ab, bleiben mickerige
0,4 Prozent übrig. Dieses Plus gibt es nur, weil wegen des Rückgangs der
Kurzarbeit mehr Stunden gearbeitet wurde. In Stundenlöhnen gerechnet gab es
nur einen "Zuwachs" von 0,1 Prozent; nach Abzug der Preissteigerung
errechnet sich eine Lohnsenkung um 1,7 Prozent!
Merkel und Brüderle posaunen herum: "Jetzt muss es mehr Geld für die
Beschäftigen geben." Prima Idee! Nur bisher klimpert es nicht in unseren
Taschen. Und im Vorfeld der Tarifrunden jammern die Unternehmer munter
drauflos.
Man kann gespannt sein, ob die Regierung mit dafür sorgt, dass in der
Tarifrunde der Länder die Einkommen deutlich ansteigen. Ver.di hat ein Plus
von fünf Prozent gefordert. Dies müsste eigentlich auch der Abschluss sein.
Damit auch Krankenschwestern, Straßenmeister, Feuerwehrleute, Lehrer und
andere etwas vom Aufschwung spüren.
Wenn Merkel und Brüderle es ernst meinten mit ihrem Plädoyer für höhere
Löhne, dann müssten sie vor allem den gesetzlichen Mindestlohn mit 10 Euro
einführen.
Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen. Gut so. Brüderle stilisiert das
jedoch bereits hoch zum Weg in die Vollbeschäftigung. Quatsch. Denn erstens
sind drei Millionen Arbeitslose immer noch viel zu viel. Hinzu kommt, dass
mehr als eine Million Erwerbsloser gar nicht mitgezählt wird. Von der
sogenannten "stillen Reserve" ganz zu schweigen.
OK ist auch, dass mittlerweile nur noch wenige kurzarbeiten müssen. Aber
was sind das eigentlich für neue Jobs, die geschaffen wurden? Rund 200.000
sollen es nach amtlicher Statistik sein. Mehr als die Hälfte des gesamten
Aufbaus an Beschäftigung geht in die Leiharbeit. In der Krise 2009 wurden
sie als erste nach Hause geschickt. Und jetzt "dürfen" sie wieder kommen.
Im Oktober waren es bereits mehr als 900.000. Das war bereits Rekord.
Mittlerweile ist die eine Millionen-Marke längst geknackt. Die
"Boom-Branche".
Unternehmer setzen auf Leiharbeit, weil so die Lohnkosten gedrückt werden
können. Vollzeitbeschäftigte in Leihjobs erhalten im Durchschnitt knapp
1400 Euro. Da sind alle Zuschläge und Jahresleistungen mit drin.
Festangestellte Beschäftige verdienen mindestens 2300 Euro. Damit bekommen
Leihjobber satte 900 Euro weniger. Und der Chef kann sie bei Bedarf
problemlos vor die Tür setzen. Kein Kündigungsschutz und kein Betriebsrat
"stört".
Es ist hohe Zeit den Widerstand zu erhöhen. DIE LINKE unterstützt den
Aktionstag der Gewerkschaften am 24. Februar. Wir treten dafür ein, dass
bei der Leiharbeit equal pay festgeschrieben wird und die Verleihdauer drei
Monate nicht überschreiten darf. Außerdem wollen wir eine
Flexibilitätsprämie von 10 Prozent.
Re: Aufschwung der Profite und Leiharbeit
von Erzengel am 24.01.2011 17:39was ist eine Flexiblitätsprämie? Eine zulage?


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