Im Dritten - polis-Presseschau
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Im Dritten - polis-Presseschau
von redaktion am 01.07.2010 08:44
Presseschau vom 01.07.2010

Applaus für den neuen Bundespräsidenten.
Im Dritten
Um den 10. Bundespräsidenten zu küren, brauchte die Bundesversammlung am gestrigen Mittwoch drei Wahlgänge. Der neue Bundespräsident heißt Christian Wulff. Wahlgewinner ist Joachim Gauck, Verlierer: Angela Merkel.

fr-online.de
Das Gegenteil von Aufbruch
… Als hätte Christian Wulff es geahnt. "Im dritten Anlauf hat es bei mir oft geklappt", hat er vor ein paar Tagen gesagt. Dass es tatsächlich so knapp werden würde an diesem Wahltag, das haben sie alle nicht erwartet. Erst nach neun Stunden Bundesversammlung und drei Wahlgängen hat Wulff sich in das höchste Staatsamt geschleppt. Um 21.21 Uhr stellt Bundestagspräsident Norbert Lammert fest, dass Christian Wulff zum Bundepräsidenten gewählt ist. …

faz.net
Wulff zum Bundespräsidenten gewählt
… Wulff erhielt schließlich 625 Stimmen der 1244 Wahlmänner und -frauen. Auf Joachim Gauck, den Kandidaten von SPD und Grünen entfielen 494 Stimmen. 121 Wahlleute enthielten sich der Stimme. Die übrigen Kandidaten hatten zuvor ihre Bewerbungen zurückgezogen. In den ersten beiden Abstimmungen hatten rechnerisch mindestens 44, dann 29 Delegierte von CDU, CSU und FDP nicht für Wulff gestimmt. Weil damit die absolute Mehrheit verfehlt wurde, musste die Entscheidung im dritten Wahlgang fallen, in welchem eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen ausreicht. Wulff erhielt im dritten Wahlgang die absolute Mehrheit. …

taz.de
Bundespräsident dritter Wahl
… Wulff sei schon als Präsident auf die Welt gekommen, lästern sie in der CDU. Kein anderer Unionspolitiker verkörpert die Strategie von Konsens und Konfliktvermeidung nach außen so perfekt wie er. Er beherrscht den Kontakt mit dem Volk, kann Fragen stellen, die nicht blöd klingen, hat in jeder Lage einen Satz parat. Sein Vorgänger Horst Köhler konnte das alles nicht - und war beliebt, weil sich die Leute in ihrem unbeholfenen Präsidenten selbst erkannten. …

sueddeutsche.de
So stark, so schwach
… Der Volkssouverän hat nicht abgedankt, sondern hat sich aufgeregt und wochenlang Position bezogen: Die öffentliche Halb-Vergöttlichung des nun unterlegenen Kandidaten Gauck war ein Akt des Widerstands gegen die Parteipolitik. Dieser Protest hatte sich zwar das falsche Objekt ausgesucht, weil er vom höchsten politischen Posten der Republik die Erlösung von einer als unerträglich empfundenen Politik erwartete. Das war und ist naiv. Aber diese Naivität hatte ihren Zauber. Die Zivilgesellschaft hat vier Wochen lang gebaggert wie wild. Nun steht sie vor einem großen Loch - und in diesem Loch steht, ziemlich zerzaust, der neue Bundespräsident Christian Wulff und eine abgestrafte Kanzlerin. ...

spiegel.de
Koalition redet sich die Wulff-Wahl schön
... So schön hatten sie sich den Wahlgang vorgestellt. Endlich einmal Auszeit vom Dauerstreit. Warum sollte ausgerechnet in der über Jahrzehnte so berechenbaren Bundesversammlung etwas schief gehen? Zudem ist Schwarz-Gelb kein Risiko eingegangen, hat seine Wahlmänner und -frauen ausgesiebt: kaum Prominente, fast nur Politprofis. Was sollte da schon aus dem Ruder laufen?
Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Die Wahl ist geheim. Wulff muss sich schließlich durch drei Wahlgänge kämpfen. So beginnt der neue Bundespräsident mit einem Makel, mit ihm ist auch Schwarz-Gelb lädiert. Denn das Bündnis macht dort weiter, wo es aufgehört hat - jeder spielt sein eigenes Spiel. ...

neues-deutschland.de
Kanzlerdämmerung für Merkel: Wulff nur dritte Wahl
... »Gauck war ein Signal an die CDU«, kommentierte Lötzsch an einer Stelle die Aufforderungen an die LINKE, sich dem Vorschlag anzuschließen – mithin keines an die LINKE. Dass es dreier Wahlgänge bedurfte, bis Wulff gewählt war, können SPD und Grüne freilich als Erfolg verbuchen. »Wie wir geahnt haben«, habe Joachim Gauck »viel, viel Unterstützung« weit über die Grenzen der Parteien hinaus, die ihn vorgeschlagen hatten, meinte Sigmar Gabriel vor den Kameras – mit Blick auf die Vertreter von CDU/CSU und FDP in der Bundesversammlung. ...
Foto: spiegel.de/ap


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